Dota 2 Wetten in der Schweiz — der Preis, den niemand anschreibt

Updated Oktober 2026
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29. Oktober 2026 · Bewilligungen geprüft gegen das Verzeichnis der Gespa und die Spielregeln von Swisslos und Loterie Romande.

Ein leerer Bürostuhl steht vor einem Schreibtisch im Halbdunkel, durch das Fenster fällt Licht einer Strassenlaterne
Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1'000 und für eine Systemwette CHF 10'000.

Wer in der Schweiz nach Dota 2 sucht, sucht ein Angebot, das es hier gar nicht geben darf. Das ist keine Feinheit am Rand, es ist der Kern der Sache und der Grund, warum dieser Text über Kosten handelt und nicht über Quoten. Die zwei Veranstalter, die hierzulande Sportwetten anbieten dürfen, haben den E-Sport nicht im Programm. Jede Seite, auf der sich Dota 2 heute ankreuzen lässt, steht ohne Schweizer Bewilligung da — und was das den Wettenden kostet, steht in keiner Werbung.

Das Gesetz stellt sich das Angebot geschlossen vor. Online-Sportwetten sind ein Grossspiel und brauchen eine Veranstalterbewilligung plus eine Bewilligung pro Spiel (Art. 21–25 BGS), und eine Bewilligung «gilt nur in der Schweiz» (Art. 4 BGS). Mehr als zwei Veranstalter für Lotterien und Sportwetten lassen die Kantone nicht zu, und beide sind bekannt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Eine Liste weiterer konzessionierter Buchmacher existiert nicht, weil es keine gibt; die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains.

Für Schweizer Leser heisst das: Jedes Dota-2-Angebot in dieser Sprache kommt aus dem Ausland. Und die zweite Hälfte dieses Satzes ist die eigentliche Nachricht — mit dem Ausland fällt in der Schweiz der ganze Prüfapparat weg, der hier als lästige Formalie verkauft wird. Keine Identitätsprüfung, kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg.

Die Grundlagen, die Rechtslage und die drei Wege, auf denen Kosten entstehen, lassen sich der Reihe nach abarbeiten. Was das Ganze am Ende für den persönlichen Entscheid bedeutet, steht am Schluss — es ist eine Wahl zwischen zwei Unannehmlichkeiten, keine zwischen richtig und falsch.

Rechtslage: warum Dota 2 kein Schweizer Wettangebot ist

Aufsicht und Gesetz zuerst, weil beide jede spätere Aussage über Preise einfärben. Die Gespa in Bern ist die Aufsicht für Geldspiele, das Geldspielkonkordat ist seit dem 1. Januar 2021 in Kraft. Die Eidgenössische Spielbankenkommission ist nicht zuständig, sie überwacht nur die Casinos. Sportwetten laufen nach dem Geldspielgesetz, SR 935.51, in Kraft seit dem 1. Januar 2019, und zwar nach Art. 3 lit. c und e als Grossspiel. Das Reingewerbe geht an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen (Art. 125 BGS). Wer die Sportwetten hier nicht als gemeinnützig durchfinanziert liest, hat den halben Absatz verpasst; das ist der Grund, warum der Kreis der Veranstalter so eng ist.

Eine alte Holzbrücke führt über einen Bergbach im Morgenlicht, Tannen säumen das Ufer
Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung vom 20. Mai 2019 (IKV 2020).

Rechtsla: was in der Schweiz überhaupt auf dem Wettschein landen darf

Die Rechtslage ist ein Grund für sich, dass Dota 2 hier nichts zu suchen hat. Was angeboten werden darf, ist eine geschlossene Liste: das Verzeichnis der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten, Version 10.09.2026, gestützt auf Art. 25 BGS und Art. 29 VGS. Diese Liste zeigt keinen E-Sport. Qualifikationsrunden nur, wenn sie aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podest entscheidet, Trainingsläufe nie. Ecken- und Kartenmärkte fehlen in der Liste ebenfalls, was mancher Fussballfreund für einen Fehler hält und keiner ist. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt (Art. 25 Abs. 2 BGS). Rund um Dota 2 bleibt davon nichts übrig.

Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht erlaubt. Nur Sportereignisse. Wer den E-Sport in diese Nische schieben möchte — als Sportveranstaltung mit Turnierbaum, Teams und Sponsoren —, findet dafür im Gesetz keine Grundlage, und ich halte das für die ehrlichere Auskunft als jede Hoffnung auf eine Erweiterung. Livewetten sind zugelassen, vor Spielbeginn und live, wo der Veranstalter eine entsprechende Entscheidung hat, und das Gesetz schränkt sie nicht auf bestimmte Live-Märkte ein. Interkantonales Recht lenkt Sportwetten zu Swisslos. Ein schweizerische Anbieter für Dota 2 existiert damit nicht: nicht aus Versehen, sondern durch die Liste.

Ein Spielcontroller liegt auf einem Teppich neben einer Tasse, im Hintergrund ein Regal mit Büchern
Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; Personen unter 18 Jahren sind von der Teilnahme ausgeschlossen.

Die Währungen der beiden zugelassenen Häuser lohnen hier keinen Abstecher. Das Sporttip-Programm dreht sich um Fussball, Eishockey, die üblichen Verdächtigen; Dota 2 taucht darin nicht auf, und niemand muss dafür die Wettscheine durchblättern.

Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020); die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; sie nennt als Kontaktadresse Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, und zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende. Zwei Häuser, die zusammen die halbe Schweiz abdecken und die andere Hälfte den Nachbarn überlassen — beide ohne E-Sport.

Ob Dota-2-Wetten bei einem ausländischen Anbieter legal sind, ist die falsche Frage, genau wie «wo bekomme ich die beste Quote». Die richtige lautet, was der Schweizer Rechtsrahmen dort noch trägt. Er trägt nichts. Ein Anbieter ohne Bewilligung ist nicht ein Anbieter mit einem kleineren Formular, sondern einer, für den hier keine Aufsicht, keine Prüfung und kein Register greift. Wer das Angebot gegen Swisslos oder Loterie Romande hält, merkt schnell, woran es hängt: an der fehlenden Schweizer Zulassung.

Die Schweizer Prüfung — und was ausserhalb von ihr fehlt

Hier wird es konkret, denn die Prüfung ist kein Papier. Wer sich bei Swisslos online registriert, muss mindestens 18 Jahre alt sein und Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet haben; es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft. Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein.

Ein Konto pro Person mit verifizierter Identität ist die Regel (Art. 47–52 VGS), und der Online-Zugang verlangt Wohnsitz in der Schweiz (Art. 47 Abs. 3 VGS), in der Praxis im Gebiet des jeweiligen Veranstalters. Genau dieses Häkchen ist der Grund, warum Schweizer hierzulande nicht einfach dort weiterspielen, wo sie im Ausland angefangen haben. Ein Ausweis, der gegen eine Adressdatenbank läuft, ein Konto, ein Sperrregister — das ist der Schutz, den ein Dota-2-Angebot aus Übersee erst gar nicht verspricht.

Was ein Betroffener davon merkt: Die Auszahlung geht nicht «an die Wallet», sondern auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto. Swisslos zahlt innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis aus; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % belastet werden, die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen, und Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Bei bekanntem Zahlungsweg gehen Gewinne über CHF 1’000 innert 3 Arbeitstagen aufs Konto, bis CHF 1’000 pro Bestätigungsquittung schreibt das System sie automatisch dem Wallet gut. Zahlungen also nur auf ein Konto im eigenen Namen (Art. 50 Abs. 2 VGS) — anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Wettangebot nicht. Kredit an Spielende ebenfalls nicht (Art. 75 Abs. 1 BGS).

Die Sperrliste der Gespa gehört in dieselbe Reihe, weil sie die Grenze sichtbar macht. Die Gespa veröffentlicht fremde Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren (Art. 86–93 BGS; erste Liste 3. September 2019, 671 Domains Ende 2025). Solche Domains werden innert Stunden ersetzt, was den Namen haben — Domain-Hopping; in diesem Zusammenhang werden Interwetten und Bet-at-Home genannt, ebenso, dass bet365 auf der Liste steht. In der Schweiz gilt Sitzland des Anbieters, nicht Bequemlichkeit.

Und trotzdem: Bei Verkaufspunkten wurde 2025 in Tests der Gespa in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Wer die Schweizer Aufsicht als lückenlos verkauft, verkauft zu viel. Der Unterschied zwischen drinnen und draussen bleibt gross, aber er ist kein Schalter mit zwei Stellungen, sondern eine Frage der Zuständigkeit.

Kosten der fehlenden Bewilligung: Steuern, Geld und Recht

Jetzt zum Preis der Sache. Die erste Rechnung ist steuerlich und die ungünstigste. Gewinne aus einem in der Schweiz zugelassenen Grossspiel — die ESTV nennt Sportwetten ausdrücklich — sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und erst darüber steuerpflichtig. Der Bundesfreibetrag liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000, für die Steuerperiode 2025 bei CHF 1’070’400. Der kantonale Freibetrag weicht ab — «je nach Kanton», und nur so, keinesfalls mit einer einzelnen Kantonszahl. Oberhalb des Freibetrags behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird.

Die zweite Rechnung sieht umgekehrt aus, und sie ist die unangenehme. Gewinne bei ausländischen Anbietern unterliegen keiner Verrechnungssteuer, aber die kantonale Praxis — namentlich im Thurgau — behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als voll steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Steuerfrei bis über eine Million Franken auf der einen Seite, voll steuerbar ab dem ersten Franken auf der anderen. Dass bei ausländischen Anbietern keine Verrechnungssteuer abgezogen wird, halten viele für den Vorteil; der Vorteil ist, dass niemand etwas einbehält, weil niemand etwas prüft — die Steuerpflicht wandert in die eigene Steuererklärung, und von dort ins eigene Risiko. Eine Schweizer Wettsteuer auf den Einsatz gibt es übrigens nicht; wer eine behauptet, erfindet eine Steuer.

Der dritte Posten ist kein Betrag auf einem Beleg, und deswegen wird er so gern vergessen. Wer ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten veranstaltet, handelt strafbar — bis zu 3 Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis 5 Jahre (Art. 130 BGS). Die Spielenden selbst werden nicht bestraft (BJ). Nur ist das die halbe Beruhigung: Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und Schutz- und Fairplay-Kontrollen existieren nicht. Eine Schweizer Bewilligung, hier nochmals, gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS); eine ausländische Bewilligung — Curaçao, Malta, Deutschland, gleich welche — hat hierzulande keine Kraft.

Damit steht die Bilanz. Aussen: keine Schweizer Bewilligung, kein Eintrag im Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, kantonale Besteuerung. Innen: voller Schweizer Schutz, aber nur zwei Veranstalter, eine geschlossene Liste von Sportarten und Märkten, Wohnsitzpflicht und Prüfung. Keine der beiden Seiten ist «die sichere Wahl» aus Prinzip — das ist die faire Formulierung, und sie stammt nicht aus einer Marketingabteilung.

Schutzmechanismen und ihre Grenzen

Spielerschutz ist ein trockenes Thema, bis man ihn als Preis liest. Verlustlimiten sind nichts anderes als die Obergrenze dessen, was ein Abend kosten kann, und sie funktionieren nur, wenn jemand ausserhalb des eigenen Kopfes die Grenze zieht.

Bei Swisslos stehen Wetten Personen ab 18 Jahren offen; Personen unter 18 Jahren sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und von CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren; eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.

Limiten, Spielsperre und die Frage, wann eine Grenze hilft

Der Ablauf zählt hier mehr als die Zahl. Eine Verlustlimite wird vor dem ersten Einsatz gesetzt, nicht danach — also in einem Moment, in dem noch Vernunft im Raum ist. Sie zu senken wirkt sofort; sie zu erhöhen erst nach 72 Stunden. Das ist die eigentliche Konstruktion: Der Ärger ist möglich, aber nie schnell. Genau das ist der Punkt, den ausländische Angebote selten nachahmen.

Die 72 Stunden sind Betriebsbestimmung der Veranstalter. Von Gesetzes wegen verlangt Art. 87 VGS, dass der Veranstalter einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einätze oder Verluste verlangt, und eine Heraufsetzung greift gesetzlich nach 24 Stunden; Swisslos und die Loterie Romande setzen 72 Stunden in ihren eigenen Bestimmungen. Zwei Zahlen für dieselbe Mechanik, und die langsamere darf man zurecht als die freundlichere bezeichnen. Eine gesetzlich festgeschriebene Einzahlungsobergrenze hat die Schweiz übrigens nicht.

Ein paar Zahlen zum Vergleich, weil die Mengen ein Gefühl für den Massstab geben: In 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 Spielguthaben möglich, der Mindestbetrag für einen Kauf liegt bei CHF 20, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Wer die Limiten als Erziehungsmassnahme abtut, übersieht, dass sie den Abstand zwischen einem Abend und einem halben Jahr festlegen. Auch beim Wettprogramm gibt es Deckel: Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000; Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Das ist der Nachteil jeder Obergrenze: Sie schützt nicht nur, sie wird auch einseitig verschoben.

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf; eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Das ist mehr als eine Selbstblockade im eigenen Konto: Eine Sperre betrifft ein ganzes Land. Ausgeschlossene oder minderjährige Spielende haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS). Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS), eine freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten aufheben (Art. 84 VGS), und eine Fachstelle ist daran beteiligt (Art. 81 BGS).

Was draussen fehlt, ist die Summe dieser Absätze. Das Schweizer Sperrregister ist ein gemeinsames Verzeichnis; es greift bei einem Anbieter ohne Bewilligung nicht, weil dieser nicht angeschlossen ist. Wer sich bei einem ausländischen Haus für drei Monate sperren lässt, sperrt sich dort und nur dort.

Turniere und Spielplan: was stattfindet und was darauf nicht läuft

Was E-Sport strukturell ist, erklärt die Kostenfrage besser als jede Regulierung. Ein Dota-2-Turnier läuft in einer Gruppenphase an, geht in die Finalrunden, zieht sich über Wochen, und die Favoriten stehen fast immer fest. Wer den Spielplan verfolgt, merkt schnell, dass es keine Saison gibt, die man mit einer Fussballspielzeit vergleichen könnte. Qualifikationen laufen nebenher, mehrere Turniere gleichzeitig, Teamwechsel mitten in einer Serie.

Ein Jahr im E-Sport ist kein ruhiger Fluss, und genau das schlägt sich in den Quoten nieder. Eine Fussballmeisterschaft kalibriert sich über 36 Spieltage; Dota 2 kalibriert sich über eine Handvoll Partien, Tendenz nach oben. Was eine Mannschaft im Februar war, ist im April eine andere Mannschaft. Bei anderen Sportarten siedeln die Buchmacher genau hier Aufschläge an, die auf dem Wettschein unsichtbar bleiben. Natürlich darf nur nicht der Eindruck entstehen, E-Sport sei ein Ort des reinen Chaos — Dota 2 ist über zehn Jahre ein Sport mit stabilen Grossereignissen und einer etablierten Spitze. Auch der Turnierbaum ordnet, und ein Finale über fünf Spiele mit einem etablierten Favoriten ist alles andere als ein Münzwurf.

Die Rolle, die der Spielplan noch spielt: Er entscheidet, wann ein Wettentwurf überhaupt kippt. Zwei Spiele in einem Abend, der Turnierstand nach dem ersten — all das verändert die Einschätzung eines Favoriten, und der Live-Markt spiegelt es sofort. Wer nur den Spielplan verfolgt, weiss noch lange nicht, welche Quote morgen angeboten wird. Dieser Teil ist das Verkaufsargument des Live-Wettens, und er erklärt, warum Live-Quoten bei E-Sport selten günstig sind.

Spielplan, Turnierbaum und was daraus folgt

Die Turniere laufen in Phasen ab, und die Phase ist für die Einschätzung wichtiger als der Name des Wettbewerbs. In der Gruppenphase stehen mehr Partien an, mit unterschiedlicher Aussagekraft; in den Finalrunden wird aus jeder einzelnen Partie ein Ereignis mit eigener Dynamik. Wer seine Einschätzung aus der Gruppenphase in die Finalrunde überträgt, arbeitet mit Daten, die nicht mehr aktuell sind.

Die Kehrseite des Interesses: Ein geschlossenes Wettprogramm, wie oben beschrieben, erlaubt keine dieser Einschätzungen. Swisslos und Loterie Romande dürfen ihre Wetten nur auf die zugelassenen Sportarten und Wettbewerbe anbieten, und E-Sport steht nicht darauf. Ein Schweizer Buchmacher mit Dota 2 ist deshalb keine Frage der Zeit. Insofern steht der Schweizer Wettmarkt abseits, weil gar nichts angeboten wird — und dieses Nichts ist die klare Antwort darauf, was ein Schweizer Publikum hier serviert bekommt.

Wer trotzdem ein Dota-2-Angebot nutzt, bekommt die Dynamik der Gruppe und der Finalrunden gratis dazu: mehr Partien, mehr Schwankung, mehr Gelegenheiten für den Buchmacher, die Linie in Bewegung zu halten. Bei Sporttip gibt es Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung; ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn und hängt vom Stand der Sportereignisse ab. Der Ausstieg aus einem Turnier, das kippt, hat also einen Preis und einen Zeitpunkt, der verpasst werden kann. Bei einem grossen Turnier ist das ein Argument, bei einem zweistündigen Spiel weniger.

Livewetten und die 1.00 in den Spielregeln

Live-Wetten während eines Dota-2-Spiels sind das Genre, in dem die Margen am häufigsten aus dem Blick geraten. Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird; Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen (Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid) kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Eine 1.00 ist eine Rückgabe, kein Gewinn. Wer eine Wette platzt, während das Ereignis läuft, sollte diese Zeile kennen — auf jedem Markt, nicht nur auf einem.

Die reguläre Spielzeit bei Sporttip umfasst die reguläre Spieldauer (etwa Fussball 90 Minuten) plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Genau diese Definition entscheidet, ob ein Ausgang getroffen wurde, an dem Punkt ist sie wichtiger als jede Quote. Und weil Sporttip keine E-Sport-Wetten anbietet, liefert die Übertragung auf Dota 2 nur bedingt — ein Spielwert, der als «Sieg Team A» gewertet wird, muss nicht mit dem übereinstimmen, was der Live-Stream zeigt. Es lohnt, vor jedem Wetten zu lesen, was als Sieg gilt.

Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden bei Sporttip nur über die «Bet-Builder-Funktion» kombiniert; nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Bei E-Sport ist das der Aufhänger: Kills, Türme und Sieg, alles aus derselben Partie, sind keine unabhängigen Ereignisse.

Der Vergleich: Kriterien, die vor der Quote kommen

Ein Ranking ohne Bewilligung ist keine Empfehlung, sondern eine Liste. Wer zehn Namen zu einer Reihenfolge verrührt und die Zulassung als Fussnote behandelt, hat nichts verglichen. Erwartet wird, offenzulegen, nach welchen Kriterien geprüft wird — und was von den Prüfpunkten überhaupt zu erfüllen ist.

Die Kriterien entstehen aus den Fragen, die einen zuerst betreffen. Ob jemand überhaupt hier wetten dürfte: Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten anbieten, jede Schweizer Adresse fällt daher beim ersten Kriterium durch. Ob die Bewilligung in der Schweiz etwas wert ist — eine Bewilligung aus Curaçao, Malta oder Deutschland hat hier keine Kraft (Art. 4 BGS).

Wo die Prüfkriterien die Waage auf eine Seite kippen

Der eigentliche Prüfpunkt heisst Schweizer Bewilligung — alles andere ordnet sich darunter ein. Aufgefallen ist mir beim Durchgehen der Liste etwas anderes: Die ausländischen Angebote sind im Hinblick auf ihre eigenen Hausregeln vergleichbar, aber die Schweizer Prüfung ersetzt keines. Am nächsten kommen sich die Häuser noch bei den Limiten, die Verlustlimite haben ähnliche Deckel wie hierzulande, aber die Schweizer Aufsicht ist trotzdem ein anderes Konzept als eine eigene Regel. Bei den ausländischen Häusern wird die Prüfung der Identität auf den Buchstaben reduziert: Name, Geburtsdatum, fertig, wenn das nicht durch die Auszahlungspraxis erzwungen wird.

Ein zweiter Punkt, den ich für überbewertet halte: die Bewilligung selbst. Wer hier eine ausländische Bewilligung vorweist, hat einen Aufsichtsrahmen, der in jenem Land greift — das ist besser als eine vorgetäuschte Lizenz, aber es entlastet den Schweizer Betroffenen nicht.

Vergleichstabelle: Bewilligungsstatus der geprüften Anbieter

Die Tabelle ordnet die Namen so, wie sie später besprochen werden, und trennt die zwei Gruppen sichtbar. Wer nur die Spalte mit der Bewilligung liest, hat den wichtigsten Teil schon gesehen.

Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalter bzw. gemeldete Lizenz
Swisslos Sporttip Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung (BGS, SR 935.51), Aufsicht Gespa SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung (BGS, SR 935.51), Aufsicht Gespa Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande
MrXbet ohne Schweizer Bewilligung keine Lizenz festgestellt
Interwetten ohne Schweizer Bewilligung keine Lizenz festgestellt
Betify ohne Schweizer Bewilligung keine Lizenz festgestellt
BetPanda ohne Schweizer Bewilligung keine Lizenz festgestellt
HighFlyBet ohne Schweizer Bewilligung keine Lizenz festgestellt
FortuneJack ohne Schweizer Bewilligung keine Lizenz festgestellt
Playzilla ohne Schweizer Bewilligung keine Lizenz festgestellt
X3Bet ohne Schweizer Bewilligung nach Angaben Dritter Tobique (Kanada)

Die zwei Zeilen oben und die acht darunter beschreiben nicht zwei Qualitätsstufen, sondern zwei Rechtsräume. Bei den Schweizer Häusern ist die Bewilligung ein Veranstalter- und ein Spielverbot? Nein, eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel (Art. 21–25 BGS), und sie «gilt nur in der Schweiz» (Art. 4 BGS). Bei den acht ausländischen Häusern steht in der Spalte der gemeldeten Lizenz fast überall «keine Lizenz festgestellt», und das ist kein Rechercheergebnis, sondern eine Rechtsfolge: Eine ausländische Bewilligung erzeugt in der Schweiz keine Wirkung, sie muss also nirgends ausgewiesen werden, um hier genutzt zu werden. Die einzige Ausnahme in der Tabelle ist X3Bet, wo Dritte eine Lizenz aus Tobique in Kanada melden. Sie hat in der Schweiz so viel Kraft wie keine. Wer in der Spalte eine fehlende Angabe sieht, sieht die Konsequenz des Systems, nicht eine Lücke.

Warum die zwei Schweizer Häuser trotzdem in einer Liste mit ausländischen stehen: Sie sollen nicht die Liste füllen, sondern den Massstab setzen. Wer sieht, was bei Swisslos geregelt ist, versteht danach besser, was bei einem Namen wie Playzilla geregelt ist. Die Reihenfolge ist die der folgenden Abschnitte, und wer zuerst nach der Bewilligung sucht und dann nach den Bedingungen, hat die einzige Reihenfolge gewählt, die trägt.

Die geprüften Anbieter im Einzelnen

Beschrieben wird hier, was die Häuser anbieten und was es kostet. Empfohlen wird keines davon, und bei den ausländischen steht der Grund in jeder Zeile der Vergleichstabelle. Wer bei einem davon Wetten auf Dota 2 sucht, findet dort unter Umständen ein Angebot, findet dort aber auch die fehlende Schweizer Aufsicht.

Swisslos Sporttip: die Bewilligung als Preis der Geschlossenheit

Swisslos ist eine der beiden Veranstalterinnen, die interkantonales Recht für Sportwetten zulässt, mit Bewilligung für ein Grossspiel und Aufsicht durch die Gespa; Trägerin ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, das Wettprodukt heisst Sporttip. Ein Onlinekonto bekommt nur, wer im Vertragsgebiet wohnt: in den Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Wer in Freiburg oder Genf wohnt, ist bei der Loterie Romande richtig.

Das Angebot steht unter Vorbehalten. Wetten lassen sich online abgeben oder in der App zusammenstellen und per QR-Code an einer Verkaufsstelle spielen. Der Preis der Geschlossenheit ist das Programm: kein E-Sport, weil die Liste der zugelassenen Sportarten und Wettbewerbe ihn nicht enthält, und wer Dota 2 sucht, wird auch bei einer zweiten Prüfung nichts finden. Wie sich das für die Gamer hier anfühlt: Swisslos bedient einen Sport, der vor allem die 35-Plus-Generation umarmt, und Dota 2 ist nicht in seiner DNA.

Der Kombiboost gilt nur online (Prematch, Live, Systemwetten) und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50; der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen, Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Das nennt sich im Marketing eine Extrachance. In Wahrheit eine Falle mit Mindestquote. Quoten- und Profitboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten, sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost.

Die Auszahlungsseite ist gut dokumentiert: Bei Swisslos zahlt man innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis aus, ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % belastet werden, die Überweisung dauert 5 bis 10 Arbeitstage, und Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Wer hier ein Konto führt, weiss wenigstens, was der Ausstieg kostet. Und währenddessen steht in der Bilanz ein Reingewinn von CHF 562 Mio. für 2025, davon CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz; aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio., nach CHF 122 Mio. im Vorjahr. Der Rückgang der Sportwetten ist die interessantere Zahl: 13 Millionen Franken weniger im Jahr, ohne dass ich hier eine Erklärung mitliefern kann. Es steckt ein gewachsener Druck darauf, und wer die Branche beobachtet, sieht darin ein Warnsignal für die Sportwetten, nicht für das Spiel.

Als Kontrast zu jedem ausländischen Angebot verdient Sporttip Respekt. Wer die Schweizer Aufsicht, die Prüfung und die Verlustlimiten als lästige Formalie betrachtet, bekommt hier zu sehen, was dafür geboten wird: Rechtsweg, Register, verbindliche Regeln. Wer E-Sport sucht, wird hier trotzdem nicht fündig, und das ist die ganze Bewertung: Zulassung als Preis, Reichweite als Grenze. Wer sich für Dota 2 interessiert, muss bei Swisslos nicht suchen.

Loterie Romande Jouez Sport: dasselbe in der Westschweiz

Die Loterie Romande ist die zweite Veranstalterin, mit Bewilligung für ein Grossspiel und Aufsicht durch die Gespa, und führt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Ihre Kontaktadresse liegt an der Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne; sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Der Aufbau gleicht dem Schwesterhaus in Basel, in Freiburg oder Genf hat man es mit derselben regulierten Umgebung zu tun, nur unter anderem Namen.

Für einen Westschweizer Haushalt ist das die einzige Schweizer Adresse für Sportwetten. Ein Onlinekonto gibt es, wie bei Swisslos, nur für Personen, die in ihrem Gebiet wohnen — sechs Kantone, und wer knapp hinter der Grenze wohnt, fällt raus. Für die französischsprachige Schweiz ist der Zugang also nicht nur eine Formalität, sondern Voraussetzung, und er ist auf der Plattform selbst niedergeschrieben. Auch hier gibt kein E-Sport-Angebot, weil die Liste der zugelassenen Sportarten und Wettbewerbe keines enthält. Der Grund ist derselbe wie in Basel, und die naheliegende Vermutung, ein wachsendes Genresegment werde irgendwann nachgezogen, hält sich nicht an die Buchstaben der Liste.

Auf der Habenseite stehen dieselben Verpflichtungen: ein Spielerkonto mit geprüfter Identität, die Verlustlimiten, die Spielsperre im schweizweiten Register, die Auszahlung auf das eigene Konto. Weshalb der Schutz für Konkurrenten hier ein Nachteil sein kann: Diese Regeln gelten für alle Schweizer Veranstalter, und wer sich an sie hält, verliert Website-Besucher an Häuser, die können, was er nicht darf. Das ist ein struktureller Wettbewerbsnachteil, kein Zufall, und die Kantone haben ihn bewusst gewählt.

Wer in der Westschweiz wohnt und Dota 2 watten möchte, wird also zweimal leer ausgehen: kein E-Sport im Programm und keine Plattform ausserhalb von ihr, die mit Schweizer Bewilligung arbeitet. Die Konkurrenz liegt unterhalb der Bewilligung, und das macht sie nicht besser. Wer demgegenüber eine ausländische Plattform wählt, geht ein anderes Risiko ein, als man mit einem Schweizer Anbieter auch nur ansatzweise eingeht.

MrXbet: ohne Schweizer Bewilligung

MrXbet fällt in die zweite Gruppe. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten anbieten; eine Schweizer Bewilligung hat das Haus nicht, eine ausländische gemeldete Lizenz ist für die Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS). Es ist nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen, es gibt keinen Schweizer Rechtsweg, und die Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und per DNS blockiert werden. Wer ein Konto dort führt, muss wissen, dass die Route dann abgeschnitten sein kann.

Was für dieses Haus spricht: Auf E-Sport spezialisierte Häuser führen eine breitere Palette an Turnieren und Märkten als ein reguliertes Sportwettenprogramm, und für Dota 2 gehört MrXbet zu den Namen, die auftauchen. Was gegen das Haus spricht: Ein Mehr an Märkten ist kein Mehr an Bewilligung. Wer die Schweizer Prüfung als unnötig abtut, verliert den Grund, aus dem sie existiert.

Die Identitätsprüfung sei hier ausdrücklich nicht bewertet: Dazu liegt nichts vor, was ich belastbar nennen könnte. Wer ein Konto eröffnet, sollte selbst prüfen, wie Auszahlung und Verifizierung ablaufen, bevor er Geld einzahlt.

Der Punkt ist die Kette: Kein Schweizer Rechtsweg, kein Sperrregister, kein Verlass auf den Block. Wer ein Konto bei MrXbet führt, sollte mindestens die Auszahlungsbedingungen vorher lesen.

Interwetten

Interwetten ist in der Schweiz ein bekanntes Haus, das hierzulande viele Spielende mit Namen kennen — und trotzdem ohne Schweizer Bewilligung dasteht. Weil eine fehlende Bewilligung keiner Beschwerde bedarf, um zu wirken: Nur die zwei Veranstalterinnen dürfen Sportwetten anbieten, eine ausländische Bewilligung ist in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS). Kein Anschluss ans Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und die Domain kann auf die Sperrliste der Gespa kommen. Interwetten wird im Zusammenhang mit dem Domain-Hopping der Gespa namentlich genannt, und bet365 steht ebenfalls auf der Liste. Ein Haus, das Schweizer Behörden namentlich kennen, hat das nicht als Auszeichnung.

Was das Haus interessant macht: Es ist eine der Adressen mit langer Betriebsgeschichte, und wer im Ausland spielt, findet dort eine breite Sportabdeckung. Was es nicht bekommt: keine Schweizer Aufsicht, keine geprüfte Identität nach Schweizer Massstab, keinen Schweizer Rechtsweg. Für Dota 2 finden sich dort Turniere und Märkte, aber auch das bleibt ein Angebot ohne Schweizer Bewilligung, und das ist die einzig relevante Einordnung.

Was mich daran stört: Dass eine bekannte Marke für sich genommen wird, als wäre Bekanntheit ein Schutz. Sie ist keine Bewilligung. Ist sie in einer Schweiz mit einem Sperrregister ein für alle Mal unumstritten? Weit davon entfernt.

Betify

Betify steht in derselben Gruppe: keine Schweizer Bewilligung, keine Kraft einer ausländischen Lizenz in der Schweiz (Art. 4 BGS), kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und die Möglichkeit einer Sperrung per DNS. Wer hier ein Dota-2-Wettangebot annimmt, nimmt es ohne Schweizer Rückhalt an.

Für Spieler, die bei einem ausländischen Haus etwas für ihren Geschmack suchen, gehört Betify zu den Namen, die sie antreffen. Für Spieler, die vor allem die Schweizer Prüfung suchen, ist die Sache nach einer Zeile erledigt. Für alle dazwischen ist der springende Punkt, dass die Eignung des Hauses nicht davon abhängt, wie viele Märkte es anbietet, sondern davon, was bei Problemen passiert — und dazu gibt es bei diesem Namen nichts, was ich prüfen konnte und was helfen würde.

Für die Schweiz bleibt die Zulassung das Kriterium. Wer hier zufrieden ist, ist es ohne Schweizer Schutz. Anders formuliert: Das Haus mag brauchbar sein, die Zulassung ist es nicht.

BetPanda

BetPanda ist ein weiteres Haus ohne Schweizer Bewilligung, mit den gleichen Folgen: keine Kraft einer ausländischen Lizenz in der Schweiz (Art. 4 BGS), keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, mögliche Blockade über die Sperrliste der Gespa und DNS. Auch hier trägt kein Schweizer Rechtsbehelf, wenn eine Auszahlung stockt.

Das Haus tritt in der Ecke auf, in der Krypto-Zahlungsarten und eine breite Produktpalette zusammengebracht werden. Wer Dota 2 sucht, kann hier fündig werden; wer Schweizer Aufsicht sucht, sucht weiter. Der Kontrast zu Swisslos ist hier besonders scharf.

Ein Konto ohne Schweizer Bewilligung ist ein Konto ohne Schweizer Kontrolle. Für einen Abend mit kleinem Einsatz mag das hinnehmbar sein; wer den Betrag einsetzt, den er nicht verlieren will, sollte sich bewusst sein, wo er ihn einsetzt. Wer dieses Haus einem regulierten Anbieter vorzieht, tauscht Prüfung gegen Auswahl — und Auswahl ist billig zu haben.

HighFlyBet

HighFlyBet steht auf derselben Liste: keine Schweizer Bewilligung, keine anerkannte ausländische Lizenz (Art. 4 BGS), kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und die Domain kann über die Sperrliste der Gespa per DNS blockiert werden. Das sind fünf Folgen aus einem Faktum, und das Faktum lautet, dass die Schweiz für dieses Haus im Ausland liegt.

Was sich sagen lässt: Das Haus tritt mit einem Sportwetten- und Casinoangebot auf, und wer auf E-Sport spezialisierte Anbieter sucht, trifft solche Namen. Was sich nicht sagen lässt: irgendwas über Schweizer Limiten, Schweizer Aufsicht oder Schweizer Auszahlungsanspruch. Es gibt sie hier nicht.

Wer hier spielt, spielt ohne das Sicherheitsnetz, das oben in der Schweiz beschrieben ist: kein gesperrtes Konto, kein Register, kein Rechtsweg. Ob die Quoten das wert sind, entscheidet jeder selbst. Meine Einschätzung: Der fehlende Rechtsweg wiegt schwerer als ein Bruchteil einer Quote.

FortuneJack

FortuneJack hat keine Schweizer Bewilligung, und eine ausländische Bewilligung — welche auch immer — hat hierzulande keine Kraft (Art. 4 BGS); an das Schweizer Sperrregister ist das Haus nicht angeschlossen, einen Schweizer Rechtsweg gibt es nicht, die Domain kann auf die Sperrliste der Gespa kommen, und Telekom-Anbieter blockieren sie dann per DNS. Das ist keine Feinheit am Rand, das ist die Betriebsgrundlage.

Das Haus ist ein bekannter Name im Krypto-Segment, mit einer breiten Produktpalette und einem Angebot, das stark auf digitale Zahlungen setzt. Wer in der Schweiz nach Dota 2 sucht, wird hier Turniere finden; wer nach Schweizer Aufsicht sucht, wird nichts finden und sollte nicht so tun, als wäre die eigene Auswahl gleichwertig.

Der Preis ist das Schweizer Standbein: Der fehlende Anschluss ans Sperrregister wiegt hier schwerer als in jedem anderen Abschnitt, denn wer sich selbst sperren will, kann das nur dort. Wer sein Spielverhalten im Griff behalten will, sollte darüber nachdenken.

Playzilla

Playzilla gehört zur zweiten Gruppe: keine Schweizer Bewilligung, keine in der Schweiz wirksame ausländische Lizenz (Art. 4 BGS), kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und eine mögliche Sperrung durch DNS über die Sperrliste der Gespa. Wer hier einzahlt, tut das ohne Schweizer Schutz.

Das Haus kombiniert Sportwetten mit einem umfangreichen Casino, und die Kombination ist an sich kein Mangel — aber sie hat eine Konsequenz: Was in der Schweiz getrennt geregelt ist, wird hier als ein Produkt verkauft. Wer sein Spielverhalten im Griff behalten will, sollte darüber nachdenken. Beim Wetten ist der grösste Kostenanteil nicht der Einsatz, sondern das Ausmass, in dem die Grenzen zerfliessen.

Für Dota 2 zählt das Haus zu den Namen, die auftauchen; für die Schweiz zählt es zu denen, die ausserhalb stehen. Die nüchterne Bewertung: breites Angebot, kein Schweizer Boden. Wer das Angebot nutzt, sollte die Grenze zwischen Wetten und Casino selbst ziehen, weil sie hier niemandem vorgegeben wird.

X3Bet

X3Bet ist die einzige Adresse der Liste, bei der Dritte eine ausländische Lizenz melden — nach Angaben Dritter eine Bewilligung aus Tobique in Kanada. Für die Schweiz ändert das nichts: Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen hier Sportwetten anbieten, eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS), das Haus ist nicht an das Sperrregister angeschlossen, es gibt keinen Schweizer Rechtsweg, und die Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden. Eine Lizenz aus Kanada ist ein Faktum über Kanada.

Interessant daran ist weniger die Lizenz als der Umgang mit ihr: Bei einem Haus, das eine Aufsicht nennt, ist die Frage nicht, ob die Aufsicht existiert, sondern ob sie für einen Schweizer Haushalt relevant ist, und das ist bei einer kanadischen Lizenz nicht der Fall. Wer sich mit ausländischen Anbietern befasst, könnte diese Bewilligung als Gütesiegel lesen. Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie wenig eine Lizenz über den relevanten Schutz aussagt.

Die Bewertung bleibt damit die der Gruppe: breites Angebot, kein Schweizer Boden, und im Unterschied zu den anderen Häusern eine gemeldete Lizenz, die an der Bewertung nichts ändert. Für die konkrete Entscheidung ist das keine Erleichterung.

Rechenbeispiel: Was zwischen den Zeilen einer Quote bleibt

Jede Quote enthält den Anteil, den der Buchmacher behält. Rechnen lässt sich das an einem vereinfachten Beispiel, das ich nicht als Preis eines bestimmten Anbieters ausweise, sondern als Modell. Angenommen wird ein Markt mit zwei Ausgängen zu je Quote 1.90, ein Modell und kein abgelesenes Angebot.

Die Auszahlungsquote eines Marktes ist der Kehrwert der Summe der Kehrwerte der Einzelquoten: bei zwei Ausgängen zu 1.90 also 1 ÷ (1 ÷ 1.90 + 1 ÷ 1.90). Der Kehrwert von 1.90 liegt bei etwa 0.5263, zweimal genommen 1.0526, der Kehrwert davon etwa 0.95. Die Auszahlungsquote liegt damit bei rund 95 %, die Marge bei rund 5 %. Das ist der Anteil, den der Buchmacher von jedem gesetzten Franken einbehält.

Die Marge ist keine Gebühr, die irgendwo erscheint, sondern eine Differenz zwischen zwei Zahlen, deren Herkunft keine Zeile auf dem Wettschein preisgibt. Die Quoten sind das, was der Markt verlangt — und der Rest ist der Betrag, der zwischen Einsatz und Auszahlung hängen bleibt. Wer 5 % hört, denkt an eine Kleinigkeit. Bei 100 Einzelwetten zu je CHF 10 sind es cum CHF 50 Verlust bei einer fairen Quote, und das ist die Zahl, die auf keinem Wettschein steht.

Nun die Bandbreite. Bei einem 1X2-Markt mit drei Ausgängen zu 1.90 liegt der Kehrwert-Dreiklang bei rund 1.58 und die Marge bei etwa 5,7 % — hier sind die Ausgänge ungleicher, die Zahlen sind nicht eins zu eins übertragbar. Und bei einem Markt mit lebendigen Quoten, wie sie im E-Sport häufig vorkommen, liege ich mit einem Bereich von rund 5 bis 8 % richtig. Ich halte diese Spanne für die ehrliche Angabe: Wer für alle Märkte eine einzige Prozentzahl nennt, nennt eine Fiktion. Die Band ist das Ergebnis, die 5 % am Rand die Untergrenze — nicht das Gesamtergebnis.

Der Effekt lässt sich weiterrechnen: Bei einem Einsatz von CHF 10 und Quote 1.90 zahlt eine gewonnene Wette CHF 19 zurück, der Nettogewinn liegt bei CHF 9. Wer diese beiden Zahlen kennt, kennt den Unterschied — die Quote ist der Faktor, der Gewinn ist die Differenz. Wer nur auf die Quote sieht, sieht den Faktor, dessen kleine Differenz die Marge ist.

Nun zum Punkt, der die Rechnung von einer Spielerei trennt: Diese Marge gilt für jeden einzelnen Markt, den ein ausländisches Haus ohne Schweizer Bewilligung anbietet. Dass der Schweizer Weg verschlossen ist, macht Dota 2 aus der Schweiz teuer, aber der Preis liegt im Haus und im fehlenden Rechtsweg — nicht in der Marge. Wer eine Quote mit 1.90 sieht, sieht noch keine Kosten. Er sieht den Aufschlag nicht, der über den ganzen Markt verteilt ist.

Häufige Fragen

Bieten Swisslos oder Loterie Romande Wetten auf Dota 2 an?

Nein. Das Verzeichnis der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten der Gespa zeigt keinen E-Sport, und beide Veranstalter dürfen nur auf diese Liste wetten annehmen. Die zwei Schweizer Produkte heissen Sporttip und Jouez Sport. Wer in der Schweiz Wetten auf Dota 2 sucht, findet sie ausschliesslich bei Anbietern ohne Schweizer Bewilligung.

Warum ist E-Sport nicht Teil der Liste der zugelassenen Wettarten?

Weil die Kantone den Katalog geschlossen halten. Art. 25 BGS verlangt ein Verzeichnis der erlaubten Sportarten und Wettbewerbe, Art. 29 VGS regelt es; Dota 2 steht darin nicht. Mögliche Gründe wie fehlende Aufsicht über die Veranstalter oder fehlende Tradition geben nicht den Ausschlag — die Liste ist die Liste.

Welchen Schutz hat, wer bei einem ausländischen E-Sport-Buchmacher ohne Bewilligung spielt?

Keinen schweizerischen. Das Haus ist nicht an das Sperrregister angeschlossen, es gibt keinen Schweizer Rechtsweg, und eine ausländische Bewilligung hat hierzulande keine Kraft (Art. 4 BGS). Wohlgemerkt: Bestraft werden die Spielenden nicht — Einsätze und Gewinne können aber in Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden.

Wie rechnet man eine Quote in eine implizite Wahrscheinlichkeit um?

Man nimmt den Kehrwert der Quote. Bei Quote 1.90 liegt sie bei rund 52,6 %, bei Quote 2.50 bei 40 %. Addiert man die Werte aller Ausgänge eines Marktes, ergibt die Summe mehr als 100 %; der Überschuss ist die Marge des Buchmachers. Zwei Ausgänge zu 1.90 ergeben rund 105,3 % und damit etwa 5 % Marge.

Was gilt steuerlich für Gewinne aus Wetten bei Anbietern ohne Schweizer Bewilligung?

Die Verrechnungssteuer von 35 % auf den Teil über dem Steuerfreibetrag behält nur ein bewilligter Schweizer Veranstalter ein. Bei ausländischen Anbietern gibt es sie nicht — dafür behandelt die kantonale Praxis, namentlich im Thurgau, solche Gewinne als voll steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Für den konkreten Fall hilft eine Steuerberatung oder die kantonale Steuerverwaltung.

Inhalt erstellt vom Team «freiwettench.com»