Gratis Wettprognosen heute – ein Leitfaden, kein Tippzettel
Stand: 29. Oktober 2026 — Bewilligungen und Veranstalterstatus geprüft gegen die Angaben der Gespa, der interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern, und gegen die Spielregeln der beiden konzessionierten Schweizer Veranstalter.

Wer heute bei einer Suchmaschine «gratis Wettprognosen» eingibt, bekommt eine Wand aus Zahlen: Dreierquoten, Torschützen, «sicheres Spiel des Tages». Interessant daran ist nicht, was danebensteht, sondern was fehlt. Kaum eine dieser Seiten nennt den Quotenschlüssel des Marktes, auf den sie ihre Empfehlung stützt. Kaum eine nennt die Limiten, ab denen das eigene Konto blockiert, oder die Frist, nach der ein Gewinn verfällt. Genau diese Angaben entscheiden aber, was am Ende von einem Einsatz übrig bleibt. Dieser Text gibt keine Picks und nennt keine Partien. Er zeigt, wie eine Prognose aufgebaut ist, was freie Tipps wert sind und was das Betrachten von Wettzahlen in der Schweiz konkret abverlangt.
Die unbequeme Nachricht steht gleich am Anfang, weil sie den ganzen Rest strukturiert: In der Schweiz darf Sportwetten nur organisieren, wer eine Bewilligung hält, und das sind zwei Häuser. Alles andere, was ein Schweizer Konto heute erreichen kann, ist keine Sportwette im Sinne des Geldspielgesetzes. Wer das einmal verstanden hat, liest Prognosen anders — nämlich als Meinung über ein Ereignis, dessen Preis jemand anderes festgelegt hat.
Die Rechtslage in der Schweiz: zwei Veranstalter, fünfzig Bewilligungen weniger als erwartet
Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019, Art. 3 lit. c und e). Beaufsichtigt wird das nicht von der ESBK, die nur Casinos kontrolliert, sondern von der Gespa, der interkantonalen Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern, deren Konkordat seit dem 1.1.2021 in Kraft ist. Eine Bewilligung braucht es zweimal: einmal für den Veranstalter, einmal pro Spiel (Art. 21–25 BGS), und sie «gilt nur in der Schweiz» (Art. 4 BGS). Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei gedeckelt. Es gibt deshalb keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es keine gibt; die Gespa publiziert nur die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains.

Das erste Haus ist Swisslos, die Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel. Sie veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020), ihre Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Ihr Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Das zweite Haus ist die Loterie Romande, rechtlich die Société de la Loterie de la Suisse Romande, die Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura veranstaltet. Sie nennt Lausanne als Kontaktadresse, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.
Die Aufteilung ist keine Formalie. Sie entscheidet, ob ein Konto überhaupt eröffnet werden kann. Wer in Zürich wohnt, kommt an Sporttip; für Jouez Sport fehlt die Wohnsitzvoraussetzung. Wer in Genf wohnt, erlebt es umgekehrt. Die beiden Veranstalter sind also keine Alternativen, zwischen denen ein Leser wählt — sie sind geografische Zufälle. Für einen Vergleichsartikel ist das ein merkwürdiger Befund, aber es ist der richtige: In der Schweiz konkurrieren nicht zwei Anbieter mit unterschiedlichen Bonusbedingungen, sondern zwei Gebietskörperschaften mit demselben gesetzlichen Rahmen. Der Wettbewerb findet, wenn überhaupt, zwischen einem Schweizer Konto und einem ausländischen statt, und dieser Vergleich fällt anders aus als erwartet.
Was in der Schweiz überhaupt gewettet werden darf — und was nicht
Die erlaubte Palette ist eine geschlossene Liste, keine Angebotsfrage. Massgeblich ist die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten (Fassung 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Qualifikationsrunden stehen nur darauf, wenn sie ausdrücklich gelistet sind, Frauenwettbewerbe ebenso, Ranglistenwetten nur dann, wenn die Rangierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettkampf oder über das Podest entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe sind ausgeschlossen, Corner- und Kartenmärkte tauchen in der Liste nicht auf, und eine Esport-Sektion gibt es dort nicht. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt (Art. 25 Abs. 2 BGS). Gewettet wird auf Sport — auf Wetter, Politik oder eine Fernsehshow nicht.
Das ist eine härtere Grenze, als sie eine Prognoseseite suggeriert. Wer im Netz eine «Fussball-Prognose heute» liest, stösst auf Märkte, die in der Schweiz schlicht nicht angeboten werden dürfen. Live-Wetten sind dagegen erlaubt, vor dem Spiel und während des Spiels, sofern der Veranstalter eine entsprechende Entscheidung hält; eine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte kennt das BGS nicht. Cash-Out ist nicht reguliert und damit Sache des jeweiligen Anbieters — bei Sporttip umfasst es Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung; eine Garantie für jeden Markt besteht nicht.
Wer heute bei einer Suchmaschine «gratis Wettprognosen» eingibt, bekommt eine Wand aus Zahlen: Dreierquoten, Torschützen, «sicheres Spiel des Tages». Interessant daran ist nicht, was danebensteht, sondern was fehlt. Kaum eine dieser Seiten nennt den Quotenschlüssel des Marktes, auf den sie ihre Empfehlung stützt. Kaum eine nennt die Limiten, ab denen das eigene Konto blockiert, oder die Frist, nach der ein Gewinn verfällt. Genau diese Angaben entscheiden aber, was am Ende von einem Einsatz übrig bleibt. Dieser Text gibt keine Picks und nennt keine Partien. Er zeigt, wie eine Prognose aufgebaut ist, was freie Tipps wert sind und was das Betrachten von Wettzahlen in der Schweiz konkret abverlangt.
Die unbequeme Nachricht steht gleich am Anfang, weil sie den ganzen Rest strukturiert: In der Schweiz darf Sportwetten nur organisieren, wer eine Bewilligung hält, und das sind zwei Häuser. Alles andere, was ein Schweizer Konto heute erreichen kann, ist keine Sportwette im Sinne des Geldspielgesetzes. Wer das einmal verstanden hat, liest Prognosen anders — nämlich als Meinung über ein Ereignis, dessen Preis jemand anderes festgelegt hat.
Rechtslage konkret: Registrierung, Bewilligungsschranke und was ausländische Anbieter kosten
Die Registrierung ist der Punkt, an dem die Rechtslage für einen Einzelnen greifbar wird. Zur Online-Teilnahme bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet. Es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren; die Ausweisdaten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft. Dieselbe Schranke gilt bei der Loterie Romande für ihr Gebiet. Rechtlich stützt sich die Wohnsitzanforderung auf Art. 47 Abs. 3 VGS, faktisch läuft sie auf das Gebiet der jeweiligen Veranstalterin hinaus.
Ausländische Anbieter stehen vor derselben Frage und beantworten sie nicht. Eine Bewilligung aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung zu organisieren ist strafbar: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS). Der Spielende wird nach der Praxis des Bundesamts für Justiz nicht bestraft. Das ist kein Trost, sondern eine Fussangel: Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und ein Fairplay-Kontrollsystem, an das man sich wenden könnte, existiert nicht. Schweizer Spielschutzregister, Schweizer Limiten, Schweizer Rekursweg — nichts davon reicht über die Grenze.
Die Gespa führt deshalb eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS-Sperre blockieren (Art. 86–93 BGS; erste Liste vom 3. September 2019, 671 Domains per Ende 2025). Blockierte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt, was die Aufsicht selbst als Domain-Hopping bezeichnet und wofür sie Interwetten und Bet-at-Home namentlich nennt; bet365 wird als auf der Liste geführt genannt. Wer heute eine Prognoseseite mit einem Buchmacher-Link öffnet, landet also mit einiger Wahrscheinlichkeit auf einer Adresse, die in der Schweiz gar nicht mehr erreichbar ist. Der Link ist damit kein Angebot, sondern eine Wanderbaustelle.
Bei alldem lohnt ein zweiter Blick auf die Seite mit den Garantien. Das Gesetz schreibt vor, was ein bewilligter Veranstalter leisten muss — und es schreibt genauso deutlich, was es nicht garantiert. Weder die eine noch die andere Gruppe ist «die sichere Wahl» von Haus aus. Die Bewilligung garantiert Aufsicht, Register, Limiten und einen Rechtsweg; sie garantiert keine Gewinne und keine besonders günstigen Quoten. Der ausländische Anbieter garantiert nichts davon, kann aber Märkte zeigen, die in der Schweiz nicht auf der Liste stehen. Wer das als Wahl zwischen «sicher» und «spannend» liest, hat den Preis beider Wege noch nicht gesehen.
Verantwortungsvoll wetten: was Limiten und Sperren kosten, bevor ein Tipp gesetzt ist
Sportwetten stehen in der Schweiz Menschen ab 18 Jahren offen; wer noch keine 18 ist, ist von der Teilnahme ausgeschlossen, und wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Das ist die Untergrenze. Der eigentliche Spielerschutz beginnt dort, wo ein Konto nicht mehr kann, was sein Besitzer will.
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Nach dem Gesetz (Art. 87 VGS) muss der Veranstalter Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen, und das Gesetz nennt 24 Stunden für die Erhöhung — Swisslos und Loterie Romande handhaben es in ihren eigenen Bestimmungen mit 72 Stunden. Zusätzlich ist bei Swisslos eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Ein festes staatliches Einzahlungsdach gibt es in der Schweiz nicht.
Diese Limiten sind der erste Ort, an dem «gratis» im Wort Gratisprognose auffällt. Eine Prognose kostet kein Geld, aber sie kostet Entscheidungsfreiheit, sobald das Konto eine Wartefrist kennt. Wer am Samstagmorgen beschliesst, seine Verlustlimite für ein Spiel «heute einmal» zu erhöhen, wartet bis Dienstag. Die 72 Stunden sind der eigentliche Wert der Regel: Sie kaufen einem Wettenden die Zeit, in der die meisten Impulswetten sterben.
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Ein freiwilliger Unterbruch von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS), eine freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten aufheben (Art. 84 VGS), und eine Fachstelle ist beteiligt (Art. 81 BGS). Ausgeschlossene oder minderjährige Personen haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS). Wer eine Vorhersage im Netz liest und das Gefühl hat, sie «müsse» stimmen, gehört genau in diesen Abschnitt — und nicht auf den Wettschein.
Ein Warnzeichen am anderen Ende derselben Kette: Die Gespa hat 2025 bei Testkäufen an Verkaufsstellen in 47.5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Der Schutz am Schalter ist nicht streng, was auch immer die Aushänge sagen. Wer seine Limiten auf die Bequemlichkeit eines Verkaufspunkts stützt, stützt sie auf nichts.
Wann Prognosen teuer werden: Verlustlimiten, Bankroll und die eigene Zahl
Konten, Limiten und Sperren sind das eine; die Bankroll ist das andere. Die Frage, welcher Anteil des verfügbaren Kapitals auf eine einzelne Wette entfallen darf, hat keine gesetzliche Antwort, weil das Gesetz nur Maximalwerte für Einsätze und Verluste verlangt. Sie folgt aus der Mechanik des Wettens selbst: Jede Quote enthält die Marge des Veranstalters, und jede noch so gute Einschätzung kann falsch sein. Wer den Einsatz pro Wette klein hält, überlebt eine Serie von Fehleinschätzungen; wer ihn gross hält, braucht sie gar nicht erst.
Was in jedem Fall aufs Spiel gehört, ist frei verfügbares Geld. Die Einsätze aus laufenden Ausgaben, Zahlungsverpflichtungen oder dem aufgeschobenen Sparziel zu nehmen, ist kein Bankroll-Management, sondern eine Umleitung. Eine Prognose ist keine Garantie, und dieser Satz hat bei keinem Anbieter eine Ausnahme.
Der Kontostand selbst kennt zusätzlich harte Grenzen. Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Bei Jouez Sport liegt der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette bei CHF 300’000 und für alle Gewinne eines Multiples zusammen bei CHF 1’000’000; eine Kombiwette umfasst dort 2 bis 10 Voraussagen, die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.
Wann ein Tipp verfällt: Fristen, Absagen und der Moment, in dem «gratis» endet
Gewinne müssen abgeholt werden. Sporttip-Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks der Swisslos; eine Einsprache gegen eine verweigerte Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben. Zwei Fristen, zwei Formfehler-Vorlagen. Die eine trifft den Gelegenheitswetter, der den Wettschein in der Jackentasche vergisst, die andere den, der sich beschwert, ohne das Einschreiben zu wählen.
Wird ein Sporttip-Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn — oder im Rahmen eines Turniers — nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Der 48-Stunden-Rahmen erklärt, warum manche Kombinationen am Ende weniger abwerfen als auf dem Wettschein gedruckt: Ein Rückzahlungsbetrag ist keine Wette.
Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung kombiniert Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Bei Live-Wetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Die reguläre Spielzeit umfasst die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Wer eine Prognose «heute noch» setzt, weil sie gerade irgendwo steht, ist genau in diesem Fenster unterwegs — und trägt das Risiko, mit 1.00 gewertet zu werden.
Grundlagen: wie aus Form, Statistik und Quoten eine Einschätzung wird
Eine Wettprognose beschreibt Wahrscheinlichkeiten, keine Ergebnisse. Sie nimmt Beobachtungen — Form, Ausfälle, Statistik, Quotenvergleich — und verdichtet sie zu einer Erwartung darüber, wie ein Ereignis ausgeht. Der Unterschied zwischen einer guten und einer schlechten Prognose liegt nicht darin, dass die eine recht hat; er liegt in der Offenheit der Methode und darin, ob die Empfehlung den Preis einschliesst, zu dem sie gesetzt werden müsste.

Form. Die jüngsten Ergebnisse einer Mannschaft sind der offensichtlichste Baustein und der am leichtesten überbewertete. Eine Serie von Siegen gegen schwache Gegner sagt etwas anderes als eine Serie von Niederlagen gegen die Tabellenspitze. Wer Form liest, muss den Gegner mitlesen.
Ausfälle. Fehlende Stammspieler verschieben die Erwartung stärker als die meisten Formkurven. Was als Zeile in einer Aufstellung erscheint, ist in einer Prognose ein Faktor, der die Quote vor dem Anpfiff noch bewegt. Wer eine Prognose am Morgen liest und am Abend setzt, sollte die Aufstellung dazwischen noch einmal ansehen.
Statistik. Erwartete Tore, Ballbesitz, Schussverhältnisse, Kopfballduelle — je nach Sportart andere Kennzahlen. Statistik ist der Rückgrat einer begründeten Einschätzung, und gleichzeitig das Feld, auf dem der grösste Unsinn verkauft wird. Eine Kennzahl ohne Kontext ist eine Zahl.
Quotenvergleich. Der Schritt, den Prognoseseiten am häufigsten weglassen. Zwei Buchmacher können dasselbe Ereignis mit spürbar unterschiedlicher Marge bepreisen. Wer nur eine Quote kennt, kennt den Preis nicht.
Wie eine Prognose entsteht — und wo der Veranstalter schon mitgerechnet hat
Der Weg von den Rohdaten zur Empfehlung hat vier Schritte: Daten sammeln, Erwartung bilden, in eine Wahrscheinlichkeit übersetzen, diese gegen die angebotene Quote halten. Der letzte Schritt entscheidet, ob aus einer richtigen Einschätzung ein sinnvoller Einsatz wird. Eine Mannschaft kann mit 60 Prozent Wahrscheinlichkeit gewinnen; das ist keine Aufforderung, darauf zu setzen, solange die Quote den Aufwand nicht rechtfertigt.
Der Grundlagen-Nachweis: Quote, Marge und der Quotenschlüssel
Eine Quote ist keine Vorhersage. Sie ist ein Preis, und in diesem Preis steckt der Anteil des Veranstalters. Wie viel, lässt sich ausrechnen. Der Quotenschlüssel eines Marktes ist der Kehrwert der Summe der Kehrwerte aller Quoten eines Marktes, also 1 ÷ (1/Quote₁ + … + 1/Quoteₙ); die Marge ist 100 Prozent minus Quotenschlüssel. Für einen illustrativen Zweiwegemarkt mit den Quoten 1.90 auf beiden Seiten ergibt sich ein Quotenschlüssel von rund 95,2 Prozent und damit eine Marge von rund 4,8 Prozent — unter der Bedingung, dass beide Seiten tatsächlich 1.90 notieren und der Markt genau zwei Ausgänge hat. Die Bandbreite dieser Rechnung ist der eigentliche Punkt: Sie verschiebt sich mit jeder Notierung der beiden Seiten, und ein Markt mit drei Ausgängen, ein Handicap oder eine Kombination trägt eine andere Marge. Wer heute eine Prognose liest, sollte die Zahl kennen, die in jedem Fall abgezogen ist, bevor er überhaupt setzt.
Dass es die Aufsichtsbehörde selbst bei bewilligten Märkten offenbar für nötig hält, Preise zu begrenzen, zeigt eine Regel, die im Wettprogramm untergeht: Wird ein Sporttip-Wettereignis abgesagt und nicht rechtzeitig nachgeholt, erhält die Voraussage in einer Kombination die Quote 1.00 — die Marge bleibt, der Ertrag nicht.
Wann aus einer Einschätzung ein «Value Bet» wird
Value entsteht, wenn die Wahrscheinlichkeit, die man einem Ausgang gibt, höher liegt als die Wahrscheinlichkeit, die in der Quote steckt. Klingt harmlos, ist es aber nicht: Da die Quote immer den Schlüssel unter 100 Prozent enthält, muss eine Einschätzung den Rückstand überwinden, den der Markt gegen den Setzenden aufgebaut hat. Bei einem Markt mit rund 95 Prozent Quotenschlüssel bedeutet das: Die eigene Schätzung muss nicht nur richtig, sondern deutlich besser als die des Veranstalters sein, damit sich der Einsatz trägt.
Prognosequellen prüfen: Methode, Bilanz, Trennung von Werbung
Der Vergleich von Prognosequellen ist der Teil, an dem ein Suchergebnis in der Regel scheitert. Bei Swisslos ist der Zugang enger, als ein Konto denkt: vor der ersten Sporttip-Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage, Oberlimite CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000, Senkung sofort, Erhöhung nach 72 Stunden. Wer das nicht einstellen will, kommt nicht weiter — dieselbe Reihenfolge gilt für jede Einzahlung.
Woran man eine Prognosequelle erkennt, die etwas taugt
Drei Prüfsteine, in dieser Reihenfolge, gegen die man jede Quelle hält: Nennt sie die Methode offen? Belegt sie, wie sie in der Vergangenheit abgeschnitten hat? Und trennt sie Tipps von Werbung. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Nicht jeder wird das brauchen.
Die Nachweise im Detail: Preis, Zahlung und Steuer — was ein Gewinn netto ist
Erstens: die Marge, die in jeder Quote steckt. Sie ist der Preis, den auch eine richtige Einschätzung zahlt. Zweitens: der Zeitpunkt, an dem sich eine Einschätzung erledigt. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und Swisslos kann bei Elfmeter, Roter Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid ebenfalls mit Quote 1.00 werten. Drittens: die Steuer, die einem Gewinn folgt oder nicht.
Wie ein Einsatz ist auch die Auszahlung an Bedingungen geknüpft. Bei Swisslos kann Spielguthaben per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein gekauft werden, Mindestbetrag CHF 20; in 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Swisslos bietet PostFinance Pay als Zahlungsart zum Aufladen des Spielkontos an, die Transaktion wird direkt in der PostFinance App bestätigt. Ausgezahlt wird innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % belastet werden, die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen, und Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut; Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto überwiesen. Wichtig für jeden, der «Gratis» wörtlich nimmt: Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar, und Gratisspiele oder Gratisguthaben brauchen die vorherige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS; 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos). Ein Geschenk mit Sperrvermerk ist kein Guthaben.
Bei Steuern wird es angenehm schlicht. Gewinne aus schweizerisch bewilligten Grossspielen — die ESTV nennt Sportwetten ausdrücklich — sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und erst darüber steuerbar; der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1.1.2026 bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400). Der kantonale Freibetrag weicht ab, deshalb gilt «je nach Kanton». Oberhalb der Schwelle behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Deklaration in der Steuererklärung zurückgeholt wird. Ein typischer Wettender gewinnt weit darunter und zahlt weder Einkommens- noch Verrechnungssteuer auf seinem Gewinn. Eine Schweizer Wettsteuer auf Einsätze gibt es nicht. Anders sieht es bei ausländischen Anbietern aus: Deren Gewinne unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Praxis etwa im Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als volles steuerbares Einkommen. Das ist allgemeine Information und kein Steuerrat; Fragen gehören zur Steuerberatung oder zur kantonalen Steuerverwaltung.
Die beiden bewilligten Veranstalter im Vergleich
Die folgende Einordnung hält fest, was den Status eines Anbieters in der Schweiz ausmacht. Die Spalte zum Bewilligungsstatus ist die einzige, die hier durchgehend gefüllt ist — und das ist keine Lücke der Tabelle, sondern ihr Inhalt.
| Anbieter | Schweizer Bewilligung | Veranstalter bzw. berichtete Bewilligung |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung für ein Grossspiel (BGS, SR 935.51), Aufsicht Gespa | Swisslos Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel; Sporttip |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung für ein Grossspiel (BGS, SR 935.51), Aufsicht Gespa | Société de la Loterie de la Suisse Romande; Jouez Sport |
| 22Bet | keine Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung nicht erstellt, ohne Wirkung in der Schweiz |
| Rollbit | keine Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung nicht erstellt, ohne Wirkung in der Schweiz |
| Donbet | keine Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung nicht erstellt, ohne Wirkung in der Schweiz |
| BDMBet | keine Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung nicht erstellt, ohne Wirkung in der Schweiz |
| BetFury | keine Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung nicht erstellt, ohne Wirkung in der Schweiz |
| HighFlyBet | keine Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung nicht erstellt, ohne Wirkung in der Schweiz |
| Interwetten | keine Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung nicht erstellt, ohne Wirkung in der Schweiz |
| Sportaza | keine Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung nicht erstellt, ohne Wirkung in der Schweiz |
Zwei Namen in dieser Tabelle halten eine Bewilligung, acht nicht. Das Verhältnis erklärt, warum Gratisprognosen im Netz so selten auf Sporttip verweisen: Affiliate-Links zahlen nur dort, wo ein Konto auch ohne Schweizer Bewilligung zustande kommt. Für den Leser dreht das die Reihenfolge um. Die zwei Schweizer Häuser sind die einzigen, die ihn in ein Register aufnehmen, seine Limits verwalten und ihm einen Rekursweg offenlassen; die acht anderen sind Referenzpunkte, weil Schweizer ihnen begegnen, nicht weil sie eine Alternative wären. Die Spalte «berichtete Bewilligung» bleibt deshalb bei allen acht gleich — sie ist die Aussage: Es gibt keine, die hier zählt.
Die Frage, welcher Anteil des verfügbaren Kapitals auf eine einzelne Wette entfallen darf, hat keine gesetzliche Antwort, weil das Gesetz nur Maximalwerte für Einsätze und Verluste verlangt. Sie folgt aus der Mechanik des Wettens selbst: Jede Quote enthält die Marge des Veranstalters, und jede noch so gute Einschätzung kann falsch sein. Wer den Einsatz pro Wette klein hält, überlebt eine Serie von Fehleinschätzungen; wer ihn gross hält, braucht sie gar nicht erst. Was in jedem Fall aufs Spiel gehört, ist frei verfügbares Geld. Die Einsätze aus laufenden Ausgaben, Zahlungsverpflichtungen oder dem aufgeschobenen Sparziel zu nehmen, ist kein Bankroll-Management, sondern eine Umleitung. Eine Prognose ist keine Garantie, und dieser Satz hat bei keinem Anbieter eine Ausnahme.
Was Swisslos Sporttip kostet: Limiten, Fristen und ein Boost mit Bedingungen
Der Kombiboost bei Sporttip ist das beste Beispiel dafür, wie eine Marketingzahl und ihre Bedingungen auseinanderfallen. Er gilt nur online — Prematch, Live und Systemwetten — und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Voraussagen mit Quote 1.40 zählen also nicht mit, egal wie richtig sie sind, und bei fünfzehn Treffern mit Mindestquote spricht niemand mehr von einer Wahrscheinlichkeit, sondern von einem Ergebnis.
Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Wer den Boost einsetzt und dann aussteigt, verliert beides.
Beim Gewinn lohnt die Nachkommastelle. Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote — bei Kombinationen mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten — und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Die zweite Rundung geschieht konsequent nach unten. Bei CHF 100 Einsatz ist der Unterschied zu einem nicht gerundeten Betrag klein, aber er tritt bei jeder Wette auf, und er erklärt, warum Kombinationen selten exakt den Betrag ausschütten, den die Rechnung auf dem Papier ergibt.
Wo Sporttip verliert, ist die Flexibilität. Cash-Out gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung; ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann jederzeit geändert werden; Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Die Teilauszahlung fehlt, und wer eine Prognose «heute» mit halber Absicherung spielen will, findet sie hier nicht. Das Angebot steht online über Swisslos.ch oder die Sporttip App für iOS und Android bereit; in der App zusammengestellte Wetten können per QR-Code auch an einer Verkaufsstelle gespielt werden.
Unter dem Strich: Sporttip ist die Basis, an der sich jede Schweizer Prognose messen muss — nicht weil das Angebot grosszügig wäre, sondern weil es verbindlich ist. Verlustlimiten vor der ersten Wette, Höchsteinsätze von CHF 1’000 je Einzel- oder Kombinationswette, eine 5-Rappen-Rundung zu Lasten des Gewinns und ein Kombiboost, der eine Mindestquote pro Voraussage verlangt: Das sind keine Nebenbestimmungen, das ist der Preis. Wer damit leben kann, hat das transparenteste Konto des Landes. Wer die Teilauszahlung braucht, sucht sie anderswo — und zahlt dort mit dem Schweizer Recht.
Was Loterie Romande Jouez Sport kostet: begrenzter Höchstgewinn, klare Kombiregeln
Jouez Sport arbeitet mit einer Grenze, die Sporttip so nicht kennt: Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette liegt bei CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen bei CHF 1’000’000. Bei einer Kombiwette mit hoher Gesamtquote wird diese Kappe zur eigentlichen Information — nicht die Quote, sondern der Betrag, ab dem sie aufhört zu rechnen.
Dazu kommen die Regeln für den Kombinationsbau selbst: Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Die Untergrenze von 1.10 schliesst die reine Absicherungsbank aus; die Obergrenze von 100’000 setzt dem Aufbau ein Ende, bevor die Gewinnkappe überhaupt greift.
Auch Jouez Sport ist an sein Gebiet gebunden: ein Konto ist für Personen mit Wohnsitz in den sechs Westschweizer Kantonen möglich. Wer in Freiburg oder Neuenburg zuhause ist, hat mit Jouez Sport genau das, was Sporttip für die Deutschschweiz ist — ein bewilligtes Produkt mit klaren Regeln, nicht mehr und nicht weniger. Die zwei Häuser als konkurrierende Angebote darzustellen, wäre schon geografisch falsch.
Die Bilanz ist damit eine andere als bei Sporttip: weniger Werkzeuge, weniger Stufen bei den Boni, dafür zwei Zahlen, die das obere Ende der Erwartung definieren. Für Kombinationsspieler mit ehrgeiziger Gesamtquote ist die Millionengrenze die relevante Zahl auf dem Wettschein.
22Bet: ohne Schweizer Bewilligung, und was das für ein Konto bedeutet
22Bet gehört zur Gruppe der Anbieter, die Schweizer Spielende ohne Bewilligung des Bundes ansprechen. In der Schweiz ist das nicht erlaubt: Nur Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport dürfen Sportwetten veranstalten. Eine Bewilligung aus einem anderen Land hat hier keine Wirkung (Art. 4 BGS), und 22Bet ist nicht an das schweizerische Sperrregister angebunden. Es gibt keinen Schweizer Rekursweg, und die Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und per DNS blockiert werden. Der einzige belastbare Eintrag in der Vergleichsliste ist damit der Status: keine Schweizer Bewilligung. Wer die Adresse dennoch aufruft, verlässt den Rechtsrahmen, über den dieser Abschnitt spricht — und wer nach einem Tipp sucht, sollte das wissen, bevor er auf den Link klickt.
Rollbit: ohne Schweizer Bewilligung, ohne Schweizer Rekurs
Für Rollbit gilt dieselbe Einordnung. Keine Schweizer Bewilligung, keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, keine Aufsicht durch die Gespa. Eine Bewilligung aus einem anderen Land ändert daran nichts, weil sie in der Schweiz keine Kraft entfaltet (Art. 4 BGS). Die Domain kann auf die Sperrliste kommen und per DNS blockiert werden. Das ist der gesamte Umfang dessen, was sich über den Status sagen lässt. Wer den Anbieter trotzdem öffnet, tut es auf eigenes Risiko: Es gibt keine Stelle in der Schweiz, an die er sich bei einem Streit wenden könnte, und die Limiten, die er bei einem Schweizer Konto einstellen könnte, existieren hier als Schutzinstrument nicht. Bleibt der Hinweis auf den Preis: Der vergünstigte Willkommensbetrag ist die Werbung, die fehlende Aufsicht ist der Gegenwert.
Donbet: ohne Schweizer Bewilligung, mit denselben Folgen
Donbet fällt in dieselbe Kategorie. Keine Schweizer Bewilligung, keine Sperrregister-Anbindung, kein Schweizer Rekursweg, keine Gespa-Aufsicht; die Domain kann per DNS blockiert werden. Eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Für Schweizer Spielende bedeutet das: keine geprüfte Identität über ein staatliches Register, kein Schutz durch Verlustlimiten mit gesetzlicher Grundlage und keine Instanz, die eine Auszahlung durchsetzen könnte. Wer heute eine Prognose liest, die auf Donbet verweist, liest eine Prognose, die auf ein Konto verweist, das der Schweizer Aufsicht nicht untersteht. Das ist keine Nebenbemerkung zur Bewertung — das ist die Bewertung.
BDMBet: ohne Schweizer Bewilligung — der Status als einziger Eintrag
BDMBet lässt sich in der Schweiz an denselben vier Punkten messen, und alle vier fallen gleich aus: keine Bewilligung, keine Registeranbindung, kein Rechtsweg, kein Aufsichtsbeschluss, dafür die Möglichkeit der DNS-Blockade. Eine ausländische Bewilligung gilt hier nicht (Art. 4 BGS). Die Bewertung endet damit genau dort, wo sie bei den vorherigen Anbietern endete: nicht mit einem Bonusvergleich, sondern mit dem Hinweis, dass keiner der Schutzwirkungen des Schweizer Rechts auf dieses Konto reicht. Wer nach Prognosen sucht, die heute noch gelten, findet hier die einzige Regelmässigkeit des Angebots: dass sich an diesem Status nichts ändert.
BetFury: ohne Schweizer Bewilligung — was ein Schweizer Konto nicht bekommt
Auch BetFury ist ohne Schweizer Bewilligung aktiv. Die Folgen sind in der Schweiz stets dieselben: keine Bewilligung, keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rekurs, keine Aufsicht durch die Gespa, und die Möglichkeit, dass die Domain auf die Sperrliste gesetzt und per DNS blockiert wird. Eine Bewilligung aus einem anderen Land entfaltet hier keine Wirkung (Art. 4 BGS). Ein Hinweis für Spielende mit einem registrierten Sperrantrag: Ein ausländisches Konto nimmt darauf keine Rücksicht, weil es an das schweizerische Register nicht angeschlossen ist. Das ist der Punkt, an dem die Rechtslage nicht mehr abstrakt ist.
HighFlyBet: ohne Schweizer Bewilligung, ohne Schutzregister
HighFlyBet fällt unter dieselbe Einordnung: keine Schweizer Bewilligung, keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rekursweg, keine Aufsicht, Blockade der Domain per DNS möglich. Eine ausländische Bewilligung gilt in der Schweiz nicht (Art. 4 BGS). Wer die Seite öffnet, verlässt damit den Bereich, in dem ein Schweizer Veranstalter Verlustlimiten mit gesetzlicher Grundlage verlangt und eine Sperre schweizweit einträgt. Über Zahlungsarten, Auszahlungsfristen oder Bonusbedingungen einer ausländischen Marke gibt es in der Schweiz keine geprüfte Auskunft — und genau darum geht es hier: Die Prognose kommt gratis, die Prüfung des Kontos kommt gar nicht.
Interwetten: ohne Schweizer Bewilligung — und auf der Sperrliste genannt
Interwetten ist der Fall, an dem die Aufsicht selbst das Problem illustriert. Die Gespa nennt Interwetten namentlich, wenn sie das Domain-Hopping beschreibt: Blockierte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt. Das unterstreicht, worum es hier geht: Eine Schweizer Bewilligung hat Interwetten nicht, eine Anbindung an das Sperrregister auch nicht, einen Schweizer Rekursweg ebenso wenig, und eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS). Wer dort ein Konto hält, hält es ausserhalb jeder Schweizer Aufsicht, unabhängig davon, wie viele Domains die Sperrliste gerade führt. Der Befund ist damit derselbe wie bei den anderen — nur mit einem Belegstück aus der Verwaltungspraxis daneben.
Sportaza: ohne Schweizer Bewilligung, ohne Schweizer Anspruch
Sportaza schliesst die Liste der Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Keine Bewilligung, keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rekursweg, keine Gespa-Aufsicht, dafür die Möglichkeit der DNS-Blockade. Eine ausländische Bewilligung hat hier keine Wirkung (Art. 4 BGS). Wer die Erwartung an eine Prognose an diesen Anbieter knüpft, sollte die Grenze kennen: Es gibt in der Schweiz keine Stelle, die eine Auszahlung durchsetzt, kein Register, das eine Selbstsperre akzeptiert, und keine Limitenregel, die sich gegen das Haus durchsetzen liesse. Damit bleibt vom Angebot genau das, was auf der Seite selbst steht — und für Schweizer Spielende ist das ein einseitiger Vertrag.
Wie viel eine Gratiswette wert ist — und wie viel ein Bonus zu wetten verlangt
Sobald ein Anbieter eine Freiwette oder einen Bonus in Aussicht stellt, stehen zwei Zahlen zur Debatte: was die Wette im Mittel wert ist und wie viel Umsatz daran hängt. Bei Swisslos ist die zweite Frage institutionell geregelt: Gratisspiele oder Gratisguthaben brauchen die vorherige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS), und Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Eine Freiwette, die nur als Guthaben zum Wetten existiert, ist damit kein Bargeld mit Umweg, sondern ein Werkzeug.
Für die erste Zahl gilt die Standardformel: Der Wert einer Freiwette, deren Einsatz nicht zurückgezahlt wird, ergibt sich aus dem Betrag der Freiwette mal (Quote minus 1) geteilt durch die Quote, multipliziert mit dem Quotenschlüssel des Marktes. Für einen illustrativen Markt mit Quoten von 1.90 auf zwei Seiten liegt der Quotenschlüssel bei rund 95,2 Prozent — unter der Bedingung, dass genau zwei Ausgänge zu je 1.90 notiert sind. Damit zeigt sich die Eigenschaft, die in keiner Werbung steht: Der Wert einer Freiwette steigt mit der Quote und sinkt mit dem Quotenschlüssel. Eine hohe Quote auf einem teuer bepreisten Markt kann weniger wert sein als eine mittlere Quote auf einem günstigen. Und die Freiwette selbst ist ein statistischer Erwartungswert, kein Betrag, der garantiert ankommt.
Dasselbe gilt für den Umsatz, der an einen Bonus geknüpft ist: Solange eine Umwandlung an Bedingungen gebunden ist, ist der Bonus kein Ertrag, sondern eine Aufgabe mit Frist. Wie hoch diese Frist ist, steht in den Bedingungen des jeweiligen Anbieters, und sie zu lesen ist der einzige Schritt, der einen Bonus vor dem Einzahlen einordnet.
Steuern, Werbung und Verantwortung: der Rahmen, in dem Prognosen stattfinden
Steuerlich gilt für Schweizer Grossspiele ein Freibetrag von CHF 1’071’000 pro Einzelgewinn ab dem 1.1.2026 — «je nach Kanton» anders, und wer darunter bleibt, zahlt nichts. Verrechnungssteuer fällt erst oberhalb dieser Schwelle an, und die 35 % kommen über die Steuererklärung zurück. Ausländische Gewinne unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, können kantonal aber als volles Einkommen gelten.
Werbung hat einen gesetzlichen Rahmen: Sie darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten (Art. 74 BGS). Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Geldspiel ist verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 bestraft (Art. 131 BGS). Eine Sperrstunde für Werbung kennt das Gesetz nicht. Das ist der Grund, warum dieser Text Anbieter beschreibt und bewertet, aber niemanden zu einem Konto drängt.
Was immer bleibt: Niemand weiss, wie ein Spiel ausgeht. Wer das Gegenteil behauptet, verkauft etwas. Wer merkt, dass das Nachlesen von Prognosen zum Zwang wird, findet Hilfe bei der Fachstelle für Spielsucht des jeweiligen Kantons und bei der Schweizerischen Gesundheitsstiftung RADIX.
Prognosen heute einordnen: die Reihenfolge, in der man eine Quelle prüft
Aus den Abschnitten über Rechtslage, Schutz und Preis ergibt sich eine Prüfreihenfolge, die vor jeder Wette steht. Zuerst klärt sich, ob ein Konto überhaupt zulässig wäre: Bewilligung des Veranstalters, Wohnsitz, Alter, bestehende Spielsperre. Danach kommen die eigenen Grenzen: Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage, 72 Stunden Wartezeit bei einer Erhöhung. Erst dann folgt die Prognose selbst, und mit ihr die Frage, ob sie die Marge einbezieht.
Woran sich Leserinnen und Leser heute verlassen sollten — und woran sie scheitern
Die drei häufigsten Fehlerquellen beim Lesen von Gratisprognosen: eine Quelle, die ihre Methode nicht nennt; eine Empfehlung ohne Quotenangabe, die keine Einordnung erlaubt; und ein Link zu einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung.
Häufige Fragen zu Gratis-Wettprognosen in der Schweiz
Wie entsteht eine Wettprognose, und welche Angaben fliessen in sie ein?
Eine Prognose verknüpft Beobachtungen zu einer Erwartung: Form, Verletzungen und Ausfälle, Kennzahlen der Wettkampfstatistik und der Quotenvergleich. Diese Erwartung wird zu einer Wahrscheinlichkeit verdichtet und gegen den angebotenen Preis gehalten. Sie bleibt eine Einschätzung über Möglichkeiten. Keine Statistik und keine Quote macht daraus eine sichere Aussage über das Ergebnis eines Ereignisses.
Was ist eine Value Bet, und warum steckt in jeder Quote eine Marge?
Eine Value Bet liegt vor, wenn die eigene Wahrscheinlichkeit für einen Ausgang höher ist als die im Preis enthaltene. Der Quotenschlüssel eines Marktes ist der Kehrwert der Summe der Kehrwerte aller Quoten, die Marge ist der Rest zu 100 Prozent. Diesen Rückstand muss eine Einschätzung erst aufholen, bevor sie trägt.
Welcher Anteil des Kapitals darf auf eine einzelne Wette entfallen?
Eine Zahl schreibt niemand vor, weil das Gesetz nur Höchstwerte für Einsätze und Verluste verlangt. Als Orientierung dient, dass eine einzelne Wette nur aus frei verfügbarem Geld und in einem Umfang gesetzt wird, der eine Serie von Fehleinschätzungen verkraftet. Eine Prognose ist keine Garantie, Wetten sind keine Einnahmequelle.
Welche Wetten sind in der Schweiz erlaubt, und wo steht das?
Erlaubt sind Wetten auf Sport bei Swisslos (Sporttip) und der Loterie Romande (Jouez Sport), den beiden Veranstaltern für ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz. Massgeblich ist die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten. Corner-, Karten- und Esport-Märkte stehen nicht darauf, Trainingsläufe sind ausgeschlossen.
Wie wird der Gewinn einer Wette aus Einsatz und Quote berechnet?
Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal der Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Bei Sporttip wird das Ergebnis zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und anschliessend auf 5 Rappen genau abgerundet. Die zweite Rundung senkt den Betrag, weshalb Kombinationen selten exakt den errechneten Wert ausschütten.
Tipps – freiwettench.com
Inhalt erstellt vom Team «freiwettench.com»
