Welcher Wettanbieter hat die besten Quoten? Der ehrliche Quotenvergleich für die Schweiz
29. Oktober 2026 – geprüft gegen die Bewilligungs- und Sperrlisten-Angaben der Gespa sowie die veröffentlichten Spielregeln und Teilnahmebedingungen von Swisslos und Loterie Romande.

Wer nach den besten Quoten sucht, stellt meist die falsche Frage. Nicht «welcher Anbieter zahlt am meisten?» führt weiter, sondern «wie viel von meinem Einsatz kommt überhaupt zurück?». In der Schweiz gibt es dafür eine kurze Antwort und eine lange. Die kurze: Sportwetten dürfen hier nur zwei Veranstalter anbieten, Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Die lange: der Rest des Marktes, den ein Schweizer bei der Suche nach Quoten zu sehen bekommt, besteht aus ausländischen Seiten ohne hiesige Bewilligung, und dort entscheidet nicht die Aufsicht über die Auszahlung, sondern das Kleingedruckte der Seite selbst.
Genau hier liegt der eigentliche Wahlweg. Nicht «Anbieter A oder Anbieter B», sondern «will ich geschützten, aber engen Rahmen oder breiteres Programm ohne Rückgriff?». Beides hat einen Preis, und beide Preise stehen in Zahlen da, sobald man eine Quote nicht als Lockmittel liest, sondern als Rechengrösse.
Willkommensbonus, Gratiswette, Quotenboost: was ein Neukundenangebot wirklich abzieht
Ein Bonus ist der Teil des Angebots, der am lautesten auftritt und am wenigsten über die Quote aussagt. Wer Quoten vergleicht und dabei beim Bonus hängen bleibt, vergleicht Verpackung mit Inhalt. In der Schweiz ist dieser Bonusmarkt ohnehin klein, und das ist kein Zufall: Gratisspielguthaben braucht vorab die Zustimmung der Aufsicht. Die Gespa hat 2025 genau 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos erteilt. Eine Branche, die sich Gratisgeld in dieser Frequenz genehmigen lassen muss, kann keine Bonusschlacht führen.

Sporttip hat trotzdem etwas, das wie ein Bonus aussieht und in Wahrheit ein Quotenzuschlag auf Kombinationen ist. Der Kombiboost gilt nur online, für Prematch, Live und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Auf den Nettogewinn gibt es dann 5 % bei vier solchen Voraussagen, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Das ist ein Angebot an Spieler, die ohnehin viele Voraussagen stapeln, und keines an jemanden, der eine einzelne Bundesliga-Partie setzen will.
Die Quotenboosts bei Sporttip leben von derselben Bedingung. Sie gelten nur online und nur für Prematch-Einzelwetten auf eine einzige Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und wer während der Laufzeit auscasht, verliert den Boost. Der letzte Halbsatz ist der wichtigste: der Boost und der vorzeitige Ausstieg schliessen einander aus.
«Risikofrei» würde ich keines davon nennen. Ein Boost, der bei Cash-out verfällt, ist eine Wette auf das Durchhalten, nicht auf das Ergebnis. Und ein Kombiboost, der vier Voraussagen ab 1.50 verlangt, ist eine höhere Gewinnchance auf dem Papier und ein längerer Weg zum Auszahlungsfenster in der Praxis.
Gratisspielguthaben und die Bewilligungspflicht
Dass Neukundenangebote bei den zwei Bewilligten selten und klein sind, ist eine Folge der Rechtsetzung, keine Laune der Anbieter. Gratiswetten und Gratisspielguthaben sind bewilligungspflichtig, und jeder Betrag und jede Bedingung stammt aus den Bedingungen des jeweiligen Veranstalters. Wer also auf einer ausländischen Seite ein grosses Startpaket sieht, sieht kein besseres Angebot, sondern ein anderes Regelwerk. Dort gibt es keine Vorabgenehmigung, weil es keine hiesige Aufsicht gibt, die eine erteilen könnte.
Daraus folgt die erste echte Weiche dieses Vergleichs. Wer Bonusgeld als Hauptkriterium nimmt, wählt zwangsläufig ausserhalb des bewilligten Rahmens und verzichtet damit auf Spielerschutz, hiesige Rechtsmittel und die Anbindung an das Sperrregister. Wer Quoten als Hauptkriterium nimmt, kann innerhalb des Rahmens bleiben und muss sich mit zwei Spielregelwerken statt mit zwanzig Werbebannern beschäftigen.
Zahlung, Auszahlung und der Name auf dem Konto
Auszahlungen in bewilligten Schweizer Sportwetten laufen nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers. Das steht in der Verordnung, nicht in den AGB eines Anbieters, und es ist die schärfste Grenze im ganzen Zahlungsbereich: anonyme Auszahlungen existieren im bewilligten Rahmen nicht. Kredit an Spielende gibt es ebenfalls nicht. Wer also eine Seite auswählt, weil sie Auszahlungen ohne Identitätsprüfung verspricht, wählt eine Seite ohne Schweizer Bewilligung, und die Zusage ist dann genau das: eine Zusage einer privaten Firma, die kein Schweizer Recht bindet.
Einzahlung, Limite, Auszahlung: die Reihenfolge im Spielerkonto
Die Reihenfolge ist praktisch immer dieselbe und sie erklärt, warum die Auszahlungsdauer selten an der Auszahlung selbst hängt. Zuerst die Registrierung mit Identitätsnachweis, bei Swisslos mit mindestens 18 Jahren, Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt im Vertragsgebiet, ohne bestehende Spielsperre und nur einmal pro Person. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Dann die Verlustlimiten, die vor der ersten Teilnahme stehen müssen. Erst danach wird gesetzt, und erst nach einem Gewinn stellt sich die Frage, wohin das Geld zurückgeht.
Bei Jouez Sport gibt es dabei eine Besonderheit, die viele übersehen: der Mindesteinsatz liegt online bei CHF 2, in Verkaufsstellen bei CHF 3 und für Multiples bei CHF 2, der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten bei CHF 500. Ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Bei Sporttip beginnt der Mindesteinsatz bei CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette liegt bei CHF 1’000, für eine Systemwette bei CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird gar nicht angenommen.
Diese Zahlen entscheiden mehr über den Alltag als jede Quotendifferenz. Ein Spieler mit CHF 20 Budget merkt einen Unterschied von zwei Rappen in der Quote nicht, aber er merkt den Unterschied zwischen einem Mindesteinsatz von CHF 1 und einem von CHF 2 sehr wohl, wenn er mehrere kleine Wetten plant. Umgekehrt ist die CHF-500-Grenze bei Jouez Sport für jemanden relevant, der eine einzelne Position mit vierstelligem Einsatz platzieren will — dort ist die Wette schlicht nicht möglich.
App und Handy: wo der gute Wettschein entsteht
Auf dem Touchscreen entscheidet nicht die Funktionsliste, sondern die Reibung. Ein Wettschein, der auf einem 6-Zoll-Bildschirm drei Mal nachlädt, kostet mehr Nerven als jede Zehntelquote. Für die bewilligten Anbieter heisst das: was zählt, ist die Kombination aus schnellem Login, lesbarem Wettschein und einer Auswahl, die nicht bei jedem Tipp neu lädt.
Ein Punkt, der auf dem Handy oft übersehen wird, hängt direkt am Geld: die Verlustlimiten. Wer sie vor der ersten Teilnahme setzen muss, setzt sie auch mobil — und eine Senkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Diese Frist ist bewusst gewählt, und sie tut genau das, wofür sie gedacht ist: sie bremst den Impuls nach einer schlechten Serie. Auf dem Handy, wo der nächste Klick zwei Sekunden entfernt ist, ist dieser Bremsweg der wertvollste Teil der App.
Was ein App-Vergleich leisten kann und was nicht
Ausländische Seiten werben mit Apps, die mehr Sportarten und mehr Live-Märkte zeigen. Das stimmt oft, und es ist trotzdem kein Argument, das für sich steht. Ohne Schweizer Bewilligung steht hinter diesen Apps kein hiesiges Aufsichtsverfahren, keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsmittelweg. Ein gut gebauter Wettschein bleibt ein gut gebauter Wettschein; die Frage ist, was passiert, wenn mit einer Auszahlung etwas schiefgeht.
Wer also die App als erstes Kriterium nimmt, sollte wissen, welchen Teil er damit priorisiert: die Bequemlichkeit im ruhigen Lauf. Wer die Bewilligung als erstes Kriterium nimmt, priorisiert den unruhigen Fall. Beide Prioritäten sind legitim, aber nur eine von ihnen ist im Kleingedruckten rückholbar.
Livewetten und Cash-out: die Quote, die sich noch bewegt
Bei festen Quoten setzt der Buchmacher die Quote fest und tritt als Gegner des Wettenden auf; sie gilt ab Wettabschluss und lässt sich nachträglich nicht mehr ändern. Bei Livewetten ist diese Festigkeit dahin, und damit wird die Frage interessant, was passiert, wenn eine Wette zu spät ankommt. Bei Sporttip gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00 — und in spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Roter Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Das ist die unbequeme Seite der Livewette: der Einsatz kommt zurück, der Gewinn nicht.
Cash-out ist ein anderes Thema, und es ist in der Schweiz nicht gesetzlich geregelt. Es ist eine Funktion jedes einzelnen Veranstalters, und man sollte es genau so lesen. Bei Sporttip gibt es Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht.
Warum Cash-out nie eine Versicherung ist
Die drei Einschränkungen zusammen ergeben mehr als die Summe ihrer Teile. Kein Teilverkauf heisst: ganz raus oder ganz drin. Keine Garantie pro Markt heisst: genau dort, wo der Ausstieg am nötigsten wäre, kann er fehlen. Und der Verfall eines Boosts bei Cash-out heisst: der Ausstieg kostet zusätzlich den Zuschlag, den man sich vorher erarbeitet hat.
Wer Livewetten als Hauptgrund für die Anbieterwahl nimmt, sollte die Sperrregeln der Livewette genauso lesen wie die Quoten. Die Quote 1.00 auf eine zu spät platzierte Wette ist kein technischer Fehler, sie ist die Hausregel.
Wettarten, Märkte und die Marge, die in jeder Quote steckt
Hier liegt der Kern der Frage nach den besten Quoten, und er ist unangenehm schlicht: der Buchmacher kalkuliert seine Quoten so, dass die impliziten Wahrscheinlichkeiten aller Ausgänge zusammen mehr als 100 % ergeben. Der Überschuss heisst Overround und ist der Gewinn des Buchmachers bei ausgeglichenem Buch. Die Gegenrechnung braucht keine Statistikkenntnis. Bei zwei Ausgängen zu je 1.90 ergibt sich aus 1 geteilt durch 1,90 plus 1 geteilt durch 1,90 eine Summe von etwa 1,0526. Der Kehrwert davon liegt bei rund 95 %. Die Auszahlungsquote beträgt also ungefähr 95 %, und die Marge ungefähr 5 %. Für den einzelnen Markt heisst das: von jedem Franken, der auf diesem Markt liegt, kommen im Mittel etwa 90 bis 95 Rappen als Gewinn zurück — die Spanne gilt je nach Markt und Anbieter, und die Hauskante liegt entsprechend zwischen rund 5 % und rund 10 %. Dieselbe Rechnung bei zwei Ausgängen zu je 1.95 ergibt eine Ausschüttung von rund 97,5 % und eine Marge von rund 2,5 %; bei 1.80 auf beiden Seiten steigt die Marge auf rund 10 %. Das ist ein statistischer Mittelwert über viele Wetten und keine Zusage für den einzelnen Wettschein.
Die impliziten Wahrscheinlichkeiten sind dabei der schnellste Weg, eine Quote zu prüfen, ohne einen Taschenrechner zu bemühen: die Quote 1.01 entspricht 99,01 %, die Quote 2.00 entspricht 50,00 %, die Quote 4.00 entspricht 25,00 %. Wer zwei Ausgänge addiert und auf über 100 % kommt, sieht die Kante direkt vor sich.
Typisch sind bei Buchmacher-Quoten etwa 90 % Ausschüttung bei Wetten mit zwei möglichen Ausgängen, zum Beispiel Tennis, und etwa 85 % bei Wetten mit drei möglichen Ausgängen, zum Beispiel Fussball. Die Ausschüttungsquote gibt an, welcher Anteil der Einsätze in Form von Gewinnen an die Spielenden ausgeschüttet wird. Bei Sportwetten errechnet sich die Hedge-Quote, indem die Kehrwerte der Quoten aller möglichen Ausgänge addiert und 1 durch diese Summe geteilt wird; bei den Quoten 1.25 / 5.00 / 10.00 ergibt das rund 90,91 %.
Daraus folgt die Regel, mit der sich ein ganzes Wettprogramm beurteilen lässt: Märkte mit wenigen Ausgängen sind für Wettende meist günstiger als Märkte mit vielen. Je mehr Ausgänge ein Markt hat, desto mehr Möglichkeiten hat der Buchmacher, in jedem einzelnen davon eine Kante einzubauen, und desto schwerer fällt es, das Niveau mit einem Blick zu prüfen. Wer Ecken, Karten oder exotische Kombinationen vergleicht, vergleicht Märkte, in denen die Marge grösser ausfällt. Der klassische Zweiwegemarkt im Tennis bleibt der billigste Ort zum Rechnen.
Einzelwette, Kombination, System: was der Gewinn und was die Marge macht
Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten, und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Diese Rundungskette ist keine Fussnote, sie ist ein Ertragsfaktor über viele Wetten hinweg. Bei Jouez Sport umfasst eine Kombiwette 2 bis 10 Voraussagen, und die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette liegt bei CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen bei CHF 1’000’000.
Die Kombination hat ein zweites Leben, das nur bei einem der beiden Bewilligten existiert. Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden bei Sporttip nur über die «Bet-Builder-Funktion» kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Wer gern korrelierte Teilmärkte kombiniert, sollte diese Hausregel kennen, bevor er sie ausprobiert.
Und dann ist da noch der Fall, den niemand einplant. Wird ein Sporttip-Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn oder im Rahmen eines Turniers nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Eine Kombination aus fünf Voraussagen kann damit zu einer Kombination aus vier werden, während die Wette weiterläuft. Das ist ein sauberer Umgang mit einem Ärgernis, aber es ist ein Grund mehr, Kombinationen nicht als Sparform zu behandeln.
Sportarten, Turniere und die geschlossene Liste
Je nach Sportart unterscheiden sich Quotenniveau und Margen, und in der Schweiz kommt eine zweite Grenze hinzu, die es sonst nirgends gibt: was überhaupt angeboten werden darf, steht auf einer geschlossenen Liste. Die Gespa führt eine Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten, in der Fassung vom 10.09.2026. Qualifikationsrunden zählen nur, wenn sie darauf stehen, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie darauf stehen, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettkampf oder das Podest entscheidet. Auf Trainingsläufe darf nie gewettet werden. Die Liste zeigt keine Ecken- oder Kartenmärkte, und sie enthält keinen E-Sport-Abschnitt. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt.
E-Sport ist damit der deutlichste Fall, in dem die Frage nach der besten Quote an eine Wand stösst. Wer E-Sport-Wetten sucht, findet sie im bewilligten Schweizer Programm nicht, unabhängig davon, wie gut eine dort angebotene Quote wäre. Fussball, Tennis und die übrigen bewilligten Disziplinen sind es, an denen sich der Quotenvergleich entscheiden muss.
Fussball, Tennis, Futsal und die Frage der Tiefe
Für Fussball sind die drei Ausgänge des 1X2-Markts der Normalfall, und damit gilt dort die typische Ausschüttung von etwa 85 %, sofern ein Anbieter nicht bewusst enger oder weiter kalkuliert. Im Tennis bleibt der Zweiwegemarkt die günstigste Rechnung mit etwa 90 % Ausschüttung im typischen Fall. Dieser Unterschied von rund fünf Prozentpunkten ist der grösste Einzelposten, den ein Spieler durch die Wahl der Sportart und des Marktes selbst beeinflussen kann — grösser als jede Anbieterdifferenz, die man bei einem einzelnen Spiel findet.
Wer Sportarten mit kleiner Markttiefe sucht, muss zusätzlich mit weniger Auswahl und weniger Vergleichsmöglichkeiten rechnen. Die Marge sieht man dort nicht, weil man nichts danebenlegen kann. Genau in dieser Lücke lebt der Eindruck, eine Exotenwette sei «interessanter» — sie ist vor allem teurer.
Neue Anbieter: warum der Begriff in der Schweiz kurz ist
Als neu gilt hier nur, was eine Schweizer Bewilligung besitzt. Die zwei Veranstalter sind seit Jahren dieselben, und ein weiterer Name mit Bewilligung existiert nicht. Wer eine «Liste neuer Wettanbieter» findet, liest in der Regel eine Liste ausländischer Seiten ohne hiesige Bewilligung, und die haben nicht zu wenig Regulierung, sondern keine, die in der Schweiz wirkt.
Ein ausländisches Bewilligungsdokument, aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land, hat nach Artikel 4 des Geldspielgesetzes in der Schweiz keine Geltung. Das ist keine Formalie. Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung zu veranstalten ist eine Straftat: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre. Die Spielenden werden nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Veranstalter eingezogen werden, und es besteht weder Schutz noch Fairplay-Kontrolle.
Domain-Hopping und die Sperrliste
Die Gespa führt eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS-Sperre blockieren; die erste Liste stammt vom 3. September 2019, am Ende des Jahres 2025 standen 671 Domains darauf. Gesperrte Domains werden innert Stunden ersetzt, ein Vorgang, den die Aufsicht Domain-Hopping nennt und für den sie als Beispiele Interwetten und Bet-at-Home anführt; auch bet365 steht auf der Liste.
Was heisst das für die Anbieterwahl? Eine Seite, die auf der Sperrliste steht oder dort landen kann, ist keine stabile Grundlage für eine längerfristige Strategie, unabhängig von ihren Quoten. Blockierte Zahlungswege gibt es in der Schweiz übrigens nicht — es existiert keine Regelung, nach der Banken oder Kartenherausgeber Zahlungen an solche Seiten sperren. Wer das Gegenteil liest, liest eine Behauptung ohne Grundlage.
Die Anbieter im Einzelnen
Zehn Namen stehen hier, und sie stehen bewusst nicht in einer Reihe. Zwei von ihnen sind die Schweizer Veranstalter, die acht übrigen sind ausländische Seiten, die ein Schweizer beim Suchen antrifft. Die Kriterien sind über alle dieselben — Bewilligungsstatus, wo belegt; Quotenniveau, Limiten, Auszahlung und Bedienung dort, wo die Bedingungen der Veranstalter es hergeben. Ein ausländischer Anbieter wird hier nie als legal oder sicher bezeichnet, unabhängig davon, wie gut seine Quote aussehen mag.
| Marke | Schweizer Bewilligung | Veranstalter bzw. berichtete Bewilligung |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | ja, Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel, unter Aufsicht der Gespa |
| Loterie Romande Jouez Sport | ja, Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel | Société de la Loterie de la Suisse Romande, unter Aufsicht der Gespa |
| N1 Bet | keine, ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz |
| Playzilla | keine, ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz |
| Funbet | keine, ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz |
| PowBet | keine, ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz |
| BDMBet | keine, ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz |
| BetOnRed | keine, ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz |
| WirWetten | keine, ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz |
| Bruce Bet | keine, ohne Schweizer Bewilligung | berichtete Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz |
Die zwei Ja in der mittleren Spalte sind der ganze bewilligte Markt. Alles darunter teilt sich denselben Status, und dieser Status ist die einzige Zeile der Tabelle, die für alle acht ausländischen Namen gleich ausfällt — was sie einander nicht gleich macht, aber jede für sich demselben Schweizer Rahmen entzieht.
Swisslos Sporttip: der Veranstalter mit der grössten Markttiefe
Swisslos ist eine Genossenschaft mit Sitz in Basel, die ihre Sportwetten unter dem Namen Sporttip betreibt und deren Grundlage die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 ist. Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Wer ausserhalb dieses Gebiets wohnt, bekommt kein Online-Konto, und daran ändern die Quoten nichts.
Was Sporttip in diesem Vergleich nach vorn bringt, ist die Breite der Funktionen innerhalb eines bewilligten Rahmens: Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten vor Spielbeginn und live, der Kombiboost mit seinen Stufen, die Bet-Builder-Funktion für abhängige Ereignisse derselben Veranstaltung. Dazu kommen Einsatzgrenzen, die kleine und mittlere Wetten nicht behindern: CHF 1 als Mindesteinsatz, CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette. Für einen Spieler, der sein Wettschein-Programm selbst baut, ist das der bequemste Ort dafür.
Der Vorbehalt steht im Kleingedruckten und er ist nicht klein: eine Wette über der Limite wird nicht angenommen, und Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern. Wer eine Strategie auf eine bestimmte Einsatzhöhe zuschneidet, baut sie auf einer Grösse auf, die der Veranstalter einseitig bewegen kann. Das ist kein Skandal, aber es gehört in jede Planung. Unter dem Strich bleibt Sporttip die erste Adresse für deutschschweizer Spieler, die Funktionstiefe und Rechtssicherheit zusammen wollen — und die akzeptieren, dass die Preisgestaltung nicht zur Verhandlung steht.
Loterie Romande Jouez Sport: gleicher Status, andere Grössen
Die Loterie Romande betreibt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt als Kontaktadresse die Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschutz und 221 Mitarbeitende. Der Bewilligungsstatus ist identisch mit dem von Sporttip; unterschieden wird das Angebot nicht über das Recht, sondern über die eigenen Zahlen.
Und diese Zahlen setzen engere Leitplanken. Der Mindesteinsatz liegt online bei CHF 2, in Verkaufsstellen bei CHF 3, der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten bei CHF 500. Ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette beträgt CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen; die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.
Für den Westschweizer Alltag ist das eine andere Rechnung als bei Sporttip. Der Mindesteinsatz von CHF 2 bedeutet, dass sich kleine Serienwetten weniger fein dosieren lassen. Die Obergrenze von CHF 500 pro Einzel- oder Kombiwette ist für einen grossen Einzelschlag die härtere Kante, und die Untergrenze der Quote von 1.10 schliesst die ganz kurzen Preise aus, die mancher als «sichere» Basis für eine Kombination einbaut. Dass das Angebot über Verkaufsstellen läuft, bleibt daneben ein eigener Vorteil für alle, die einen Wettschein lieber am Schalter abgeben. Jouez Sport ist damit die richtige Wahl für Westschweizer, die kleine bis mittlere Einsätze über die Filialen abwickeln — und die falsche für jemanden, der einen einzelnen grossen Einsatz platzieren will.
N1 Bet: ohne Schweizer Bewilligung, ohne hiesige Anbindung
N1 Bet ist ein ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten veranstalten; eine berichtete ausländische Bewilligung hat nach Artikel 4 des Geldspielgesetzes in der Schweiz keine Geltung. Damit fehlt die Anbindung an das Schweizer Sperrregister, es gibt keinen hiesigen Rechtsmittelweg, und die Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und per DNS blockiert werden.
Die Einordnung für diese Seite steht damit fest, und sie folgt nicht aus einer Bewertung des Produkts, sondern aus dem Status. Wer dort spielt, spielt nach Hausregeln einer Firma, die kein Schweizer Recht bindet, und dessen Gewinne nach der Steuerpraxis mindestens eines Kantons als vollkommen steuerbares Einkommen gelten. Die Quoten einer solchen Seite lassen sich also nicht gegen die der Bewilligten aufrechnen, ohne diesen Preis mitzubuchen.
Playzilla: derselbe Status, dieselbe Frage
Für Playzilla gilt Zeile für Zeile dasselbe: keine Schweizer Bewilligung, eine berichtete Bewilligung ohne Geltung hierzulande, keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsmittelweg, Sperrlisten-Risiko. Das ist keine Bewertung, die man wiederholen müsste, aber sie ist der Rahmen, in dem jede weitere Beobachtung zu dieser Marke steht.
Die praktische Konsequenz ist der Umgang mit dem Konto. Wer dort einzahlt, sollte wissen, dass eine Auszahlung nur auf ein Konto auf den eigenen Namen zulässig ist — verlangt eine Seite etwas anderes, ist das der Punkt, an dem man das Weite sucht. Genau diese Prüfung ist im bewilligten Rahmen überflüssig, weil die Anforderung ohnehin Verordnung ist.
Funbet: was ein ausländischer Name für die Schweiz nicht mitbringt
Funbet trägt denselben Status wie die übrigen ausländischen Namen: ohne Schweizer Bewilligung, ohne Anbindung an das Sperrregister, ohne Schweizer Rückgriff, mit dem Risiko der DNS-Sperre. Eine ausländische Bewilligung, aus welchem Land auch immer, entfaltet in der Schweiz keine Wirkung.
Der Punkt, an dem sich das im Alltag zeigt, ist nicht die Quote, sondern der Streitfall. Ein Schweizer Gericht ist nicht der Ort, an dem ein Anliegen gegen einen Veranstalter ohne hiesige Bewilligung verhandelt wird, und die Aufsicht ist nicht die Stelle, an die man sich wendet. Wer dennoch dort spielt, sollte seinen Einsatz so wählen, dass er den Ausfall verschmerzt — das ist keine Ermahnung, sondern die einzige belastbare Risikorechnung, die diese Seite anbieten kann.
PowBet: Quoten ohne Schweizer Aufsicht
PowBet steht ohne Schweizer Bewilligung in der Liste, und damit gelten die Punkte, die für jede ausländische Marke gelten: keine Geltung einer berichteten Bewilligung in der Schweiz, Sperrlisten-Risiko, kein hiesiger Schutz. Die Aufsicht über Sportwetten liegt hierzulande bei der Gespa; was ein Anbieter ausserhalb dieses Rahmens tut, liegt ausserhalb ihres Zugriffs.
Für die Quotenfrage heisst das: eine Zahl auf einer solchen Seite ist eine Zahl ohne Kontrollinstanz dahinter. Man kann sie lesen, man kann sie rechnen, aber man kann sie nicht gegen die Regeln eines Schweizer Veranstalters aufrechnen, weil diese Regeln dort nicht gelten — und weil im Streitfall niemand da ist, der sie durchsetzt.
BDMBet: kein Schweizer Rechtsmittelweg
BDMBet trägt ebenfalls den Status ohne Schweizer Bewilligung. Eine berichtete Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz, keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsmittelweg und die Möglichkeit der Aufnahme in die Sperrliste: das ist die vollständige Einordnung, die diese Seite zu dieser Marke geben kann.
Wer Angebote vergleicht, sollte den Vergleich an dieser Stelle nicht abbrechen, sondern umdrehen. Nicht «welche Quote ist höher?» lautet dann die Frage, sondern «welcher Teil meiner Einsätze lässt sich im Fall des Falls überhaupt zurückholen?». Die Antwort fällt bei einem Anbieter ohne hiesigen Rückgriff klar aus.
BetOnRed: Blockierbare Domain, ungesicherte Einsätze
Bei BetOnRed gilt derselbe Befund: keine Schweizer Bewilligung, berichtete Bewilligung ohne Wirkung hierzulande, keine Schweizer Aufsicht, kein Rückgriff, Sperrlisten-Risiko. Die Domain kann per DNS gesperrt werden, und gesperrte Domains tauchen erfahrungsgemäss innert Stunden unter anderer Adresse wieder auf — ein Verstoss gegen das Gesetz, der die Position des Spielers nicht stärkt.
Das ist der Teil des Vergleichs, den eine reine Quotenliste nicht abbildet. Ein Anbieter, dessen Erreichbarkeit sich von einem Tag auf den anderen ändern kann, ist keine Plattform, auf der man ein dauerhaftes Verhältnis aufbaut. Das gilt unabhängig von der Qualität der Quoten, die man dort zu einem beliebigen Zeitpunkt gemessen hat.
WirWetten: der deutschsprachige Auftritt ändert den Status nicht
Der deutschsprachige Name von WirWetten macht die Seite für Schweizer Spielende ansprechbar, aber er ändert den Rechtsstatus nicht: ohne Schweizer Bewilligung, ohne Anbindung an das Sperrregister, ohne hiesigen Schutz, mit dem Risiko einer DNS-Sperre. Eine ausländische Bewilligung hilft in der Schweiz nicht weiter.
Gerade bei einer Seite, die sich an ein deutschsprachiges Publikum richtet, lohnt die Gegenprüfung, die diese Seite an jeder Stelle empfiehlt: Bewilligungsstatus prüfen, nicht die Sprachversion. Eine Seite ohne hiesige Bewilligung ist kein schlechteres Produkt als eine mit — sie ist ein anderes Rechtsverhältnis. Und dieses Verhältnis ist das, was beim Spielen tatsächlich auf dem Spiel steht.
Bruce Bet: ohne Bewilligung, ohne Register, ohne Rückgriff
Bruce Bet rundet die Reihe der acht ausländischen Namen mit demselben Status ab. Ohne Schweizer Bewilligung, ohne Verbindung zum Sperrregister, ohne Schweizer Rechtsmittelweg, mit der Möglichkeit einer DNS-Sperre — und mit Gewinnen, die nach der Steuerpraxis einzelner Kantone voll steuerbar sein können.
Damit lässt sich die Liste als Ganzes lesen. Zwei Anbieter dürfen hier Sportwetten veranstalten, und sie tun es unter denselben Bewilligungsarten, in unterschiedlichen Gebieten und mit unterschiedlichen eigenen Grenzen. Die acht übrigen Namen teilen einen Status, der sie nicht zu Alternativen innerhalb desselben Systems macht, sondern zu Alternativen ausserhalb davon. Wer diesen Unterschied ernst nimmt, trifft die Anbieterwahl anders, als eine Rangliste nach Quotenhöhe nahelegt.
Wie viele Wettanbieter es in der Schweiz gibt, und warum die Zahl so klein ist
Die Zahl ist zwei. Der Gesetzgeber hat die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt, und diese zwei sind Swisslos und die Loterie Romande. Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es keine gibt; die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste blockierter ausländischer Domains. Ein Vergleich der Wettanbieter in der Schweiz hat damit eine andere Form als in jedem Nachbarland: er vergleicht nicht zwanzig Buchmacher gegeneinander, sondern zwei Regelsysteme und eine grosse Zahl von Zutritten, die keines von beiden bedienen.
Anbieter zu sein verlangt zwei Bewilligungen: eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel. Die Bewilligung gilt nur in der Schweiz. Für die Teilnehmenden kommt eine persönliche Voraussetzung hinzu: ein Online-Konto braucht Wohnsitz in der Schweiz und praktisch im Gebiet des jeweiligen Veranstalters. Ausländische Seiten sind hier nicht verboten zu nutzen, aber ihre Bewilligung hat keine Wirkung, und die Aufsicht erstreckt sich nicht auf sie.
Das ist die Ausgangslage, aus der jede Frage nach den besten Quoten beantwortet werden muss. Wer die Zahl zwei für einen Mangel hält, findet bei den ausländischen Namen mehr Auswahl. Wer sie als Preis für Aufsicht und Rechtsweg hält, findet hier weniger Auswahl und dafür einen Rahmen, in dem Ansprüche durchsetzbar sind.
Bewilligung, Aufsicht und was die Rechtslage für den Spieler bedeutet
Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz in Kraft seit dem 1. Januar 2019, und die Aufsicht liegt bei der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern, mit dem Geldspielkonkordat in Kraft seit dem 1. Januar 2021. Nicht zuständig ist die ESBK, die nur Casinos beaufsichtigt. Wer bei einer Frage zur Bewilligung an die falsche Stelle schreibt, wartet auf eine Antwort, die nicht kommt.

Der Reingewinn geht nach Artikel 125 des Gesetzes an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen. Das ist der sachliche Grund für die Beschränkung auf zwei Veranstalter und es erklärt, warum es hier nie zu einem Quotenkrieg kommen wird: der Zweck ist nicht die Aktion, sondern der Ertrag.
Was gewettet werden darf, ist ein geschlossener Katalog. Nur Sportereignisse sind erlaubt; Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen nicht. Die Bewilligungsliste der Gespa vom 10.09.2026 regelt die Einzelheiten: Qualifikationsrunden nur, wenn sie gelistet sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie gelistet sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettkampf oder das Podest entscheidet, Trainingsläufe nie. Ecken- und Kartenmärkte fehlen in der Liste, ein E-Sport-Abschnitt ebenfalls. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt.
Bei zwei Punkten lohnt die Genauigkeit, weil im Umlauf mehr steht als im Gesetz. Livewetten sind erlaubt, sowohl vor dem Spiel als auch live, wenn der Veranstalter eine entsprechende Entscheidung hat; eine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte gibt es nicht. Cash-out ist überhaupt nicht geregelt: es ist eine Funktion jedes Anbieters und sollte nur als solche beschrieben werden. Und über die Legalität virtueller Sportarten sagt die Grundlage hier nichts — wer dort eine klare Aussage sucht, sucht sie vergeblich.
Die Werberegeln sind streng und in diesem Artikel nicht Zierde. Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten. Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Glücksspiel ist verboten und wird mit einer Busse bis zu CHF 500’000 geahndet. Eine Stunde des Tages, zu der Werbung verboten wäre, gibt es entgegen einem verbreiteten Gerücht nicht.
Der bewilligte Rahmen hat einen Preis, und er heisst Bewilligung. Wer dort spielt, spielt nach Hausregeln, die von einer interkantonalen Vereinbarung und der Aufsicht eingerahmt sind. Wer ausserhalb spielt, spielt nach Hausregeln einer privaten Firma. Die Wahl ist damit nicht die zwischen gut und schlecht, sondern die zwischen zwei Arten, wie verbindlich das Kleingedruckte ist.
Limiten, Sperren und der Schutz, der selbst gesetzt wird
Die wichtigste Zahl im bewilligten Schweizer Rahmen setzt der Spieler selbst. Der Veranstalter muss ein oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen. Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Gesetzlich vorgesehen ist für die Erhöhung eine Frist von 24 Stunden; Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an.
Diese verlängerte Frist ist kein Nachteil, sondern der eigentliche Mechanismus. Ein Limit, das man in der Nacht nach einer Niederlage anheben kann, ist kein Limit. Drei Tage Bedenkzeit sind in der Praxis der Unterschied zwischen einem Werkzeug und einer Absichtserklärung.
Die zweite Ebene ist die Sperre. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf; eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Wer im Register steht, dem bleibt das gesamte bewilligte Angebot verschlossen. Das ist die einzige Massnahme in diesem Artikel, die so weit reicht, und wer sie braucht, sollte sie als Erleichterung verstehen und nicht als Versagen.
Selbst gewählte Pausen sind der dritte Baustein: eine selbst gewählte Unterbrechung von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden. Gesperrte und minderjährige Spielende haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.
Und dann ist da die Grenze, die keine Grauzone kennt: Sportwetten sind für Personen ab 18 Jahren. Die Gespa hat 2025 bei Testkäufen an Verkaufsstellen in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft bekommen. Wer behauptet, die Kontrolle am Schalter sei streng, hat diese Zahl nicht gelesen. Es ist kein Argument gegen die Aufsicht — es ist der Hinweis, dass ein Teil des Schutzes nicht beim Anbieter liegt, sondern bei der Person, die ein Wettschein-Programm für sich selbst aufsetzt.
Was die Limiten für den Quotenvergleich bedeuten
Ein Schutzsystem verändert die Rechnung. Wer die beste Quote sucht und dabei vergisst, dass es eine Obergrenze für Einsätze gibt und dass die Änderung dieser Grenzen an Fristen gebunden ist, vergleicht eine Zahl ohne Bodenhaftung. Die Limiten entscheiden, wie sich ein Budget überhaupt abbilden lässt: ob viele kleine Einsätze möglich sind oder wenige grössere, und ob eine Erhöhung im gewünschten Moment greift oder drei Tage zu spät kommt.
Zwei Umstände machen aus dieser Beobachtung eine Argumentationslinie. Ein ausländischer Anbieter, der an das Schweizer Sperrregister nicht angebunden ist, kann eine unbefristete Spielsperre hierzulande nicht durchsetzen — wer die Massnahme braucht, verliert dort genau die Wirkung, die sie hat. Und ein Anbieter ohne hiesige Aufsicht ist auch nicht zu den selbst gesetzten Verlustlimiten nach Schweizer Recht verpflichtet. Das ist der Teil, den keine Quotenübersicht der Welt sichtbar macht.
Bitcoin, Krypto und Anonymität: warum dieser Weg am bewilligten Rahmen endet
Auf Blockchain gestützte Zahlungen sind bei Schweizer Anbietern ausgeschlossen, und der Grund ist keine Vorliebe für klassisches Bankwesen. Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers ausgezahlt, und Kredit an Spielende gibt es nicht. Ein anonymer Zahlungsweg ist damit definitionsgemäss nicht vorgesehen: est fehlt die Namensbindung, die die Auszahlung verlangt.
Wer also einen Krypto-Wettanbieter sucht, sucht ein Angebot ausserhalb des bewilligten Rahmens und verliert dabei jeden Schutz, der an ihn gebunden ist. Keine Anbindung an das Sperrregister, kein Rechtsmittelweg, keine Fairplay-Kontrolle. Und anders als bei manchen anderen Fragen dieses Artikels gibt es hier keine Schattierung — es gibt keinen bewilligten Krypto-Zahlungsweg, den man empfehlen könnte.
Ein Punkt wird regelmässig durcheinandergebracht: es gibt in der Schweiz keine Zahlungssperre gegen unbestimmte Seiten. Weder Banken noch Kartenherausgeber sperren Zahlungen an unbestimmte Wettseiten, weil es dafür keine Regelung gibt. Was es gibt, sind DNS-Sperren durch die Telekom-Anbieter auf Weisung der Aufsicht — ein anderer Mechanismus an einer anderen Stelle der Kette. Wer glaubt, seine Bank schütze ihn vor einer Einzahlung, glaubt an etwas, das nicht existiert.
Anonymität kostet genau das, was den geprüften Weg ausmacht
Die Schweiz verlangt ein Konto pro Person mit verifizierter Identität. Das ist unbequem und es ist der Grund, warum die zweite Ebene des Schutzes — Sperre und Limite — überhaupt funktioniert. Eine Limite lässt sich nur an eine Person binden, deren Identität festgestellt ist. Anonymität und selbst gesetzte Verlustlimiten sind technisch unvereinbare Versprechen.
Wer nach einer Datenmodellrechnung bei ausländischen Anbietern sucht, sollte deshalb eine einfache Frage stellen: beim ersten Auszahlungsversuch auf ein grosses Guthaben, welcher Vertrag regelt, was passiert? Beim bewilligten Veranstalter ist die Antwort eine Verordnung. Bei allen anderen ist es das Kleingedruckte der Seite, und niemand in der Schweiz ist zuständig, wenn es dort anders steht als erwartet.
Was am Ende wirklich zählt
Die besten Quoten sind keine Eigenschaft eines Namens, sondern ein Ergebnis mehrerer Entscheidungen, und die erste Entscheidung ist nicht die Anbieterwahl, sondern die Marktwahl. Ein Zweiwegemarkt im Tennis mit der üblichen Ausschüttung von etwa 90 % lässt mehr übrig als ein Dreiwege-Markt im Fussball mit etwa 85 %, und dieser Unterschied ist grösser als alles, was der Wechsel zwischen zwei Anbietern üblicherweise einbringt.
Wer in der Schweiz innerhalb des bewilligten Rahmens bleiben will, hat genau eine Wahl zu treffen: Sporttip mit dem Vertragsgebiet für die Deutschschweiz, den Tessin und Liechtenstein, CHF 1 Mindesteinsatz und einem umfangreichen Funktionsapparat, oder Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone mit 2’350 Verkaufsstellen, CHF 2 Mindesteinsatz online und einer Obergrenze von CHF 500 pro Einzel- und Kombiwette. Beide haben dieselben Bewilligungen, beide haben dasselbe Steuerregime, und beide setzen die 72-stündige Frist für Limiten-Erhöhungen durch.
Wer Flexibilität, Krypto oder mehr Sportarten sucht, findet das nur ausserhalb. Der Preis dafür ist keine Gebühr, sondern ein Rechtsverhältnis: keine Schweizer Aufsicht, kein Sperrregister, kein hiesiger Rechtsmittelweg, eine Domain, die per DNS gesperrt werden kann, und Gewinne, die in einzelnen Kantonen als voll steuerbares Einkommen gelten können.
Und dann ist da noch der Schluss, den keine Quote hergibt. Wer CHF 1’000 über einer Quote von 1.90 platziert und nicht über eine Verlustlimite nachgedacht hat, hat nicht gerechnet, sondern geraten — und geraten kostet über die Zeit mehr als jede Marge. Von je CHF 100, die auf einem Markt mit rund 5 % Marge liegen, kommen im Mittel etwa 95 zurück; das ist keine Verlustwarnung, sondern die Grundtatsache, mit der jeder Quotenvergleich anfangen sollte.
Häufige Fragen zu Quoten und Wettanbietern in der Schweiz
Welcher bewilligte Anbieter in der Schweiz hat die besten Quoten, und woran lässt sich das messen?
Messen lässt sich die Ausschüttungsquote eines Marktes: die Kehrwerte der Quoten aller Ausgänge addiert, 1 durch die Summe geteilt, in Prozent ausgedrückt. Bei zwei Ausgängen zu je 1.90 ergibt das rund 95 %. Der Rest ist die Marge des Veranstalters. Typische Werte liegen bei etwa 90 % für Zweiwegemärkte und etwa 85 % für Dreiwegemärkte.
Wie viele Wettanbieter dürfen in der Schweiz legal Sportwetten anbieten?
Zwei: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Der Gesetzgeber hat die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt; eine Liste weiterer bewilligter Buchmacher gibt es nicht, und die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste blockierter ausländischer Domains.
Wie berechnet sich die Marge eines Buchmachers aus den Quoten eines Spiels?
Aus den Kehrwerten aller möglichen Ausgänge eines Marktes: sie werden addiert, und 1 durch diese Summe ergibt die Ausschüttungsquote. Bei 1.90 auf beiden Seiten eines Zweiwegemarktes liegt sie bei rund 95 %. Die Differenz zu 100 % ist die Marge, hier rund 5 %. Je mehr Ausgänge ein Markt hat, desto grösser fällt sie üblicherweise aus.
Warum unterscheiden sich die Quoten für dasselbe Spiel zwischen den Anbietern?
Jeder Veranstalter kalkuliert seine eigenen Quoten so, dass die impliziten Wahrscheinlichkeiten aller Ausgänge zusammen über 100 % ergeben; wie gross dieser Überschuss ausfällt, ist seine Entscheidung. Ein weiterer Unterschied ist die Markttiefe: Märkte mit wenigen Ausgängen sind für Wettende meist günstiger als Märkte mit vielen.
Wie wird der Gewinn aus Einsatz und Quote berechnet, und was ändert sich bei einer Kombiwette?
Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Bei Sporttip wird das Ergebnis zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Eine Kombiwette umfasst bei Jouez Sport 2 bis 10 Voraussagen; jede Voraussage bringt ihre eigene Marge mit.
Quoten – freiwettench.com
Inhalt erstellt vom Team «freiwettench.com»
