Kombiwetten in der Schweiz: zwei Veranstalter, ein Rechenweg und die Frage, was am Ende übrig bleibt

Updated Oktober 2026
Licensed
usAvailable in US
Fast payouts
18+ Only
Want more predictions?
Join our Telegram channel
Join

29. Oktober 2026 · Bewilligungen geprüft gegen die Veranstalter- und Spielbewilligungen nach Geldspielgesetz sowie gegen die Angaben von Swisslos und Loterie Romande.

Ein Schachbrett mit mehreren Figuren mitten in einer Partie steht auf einem Holztisch, daneben liegt ein Stift.
Der Sporttip-Kombiboost verlangt mindestens vier Voraussagen mit Quote von je mindestens 1.50; der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn.

Eine Kombiwette ist die einzige Wette, bei der ein einziger Fehler den ganzen Schein in Makulatur verwandelt. Fünf Spiele, vier richtig getippt — der Wettschein zahlt nichts, exakt nichts, kein Trostpreis, kein Einsatz zurück. Das ist keine Feinheit des Kleingedruckten, das ist die Konstruktion. Wer eine Kombiwette abgibt, verkauft dem Veranstalter ein Versprechen: Ich liege bei allen meinen Voraussagen richtig. Die Gesamtquote ist der Preis, den er dafür zahlt, und der wächst mit jeder Voraussage, weil jede Verzehnfachung der Auswahl die Trefferwahrscheinlichkeit kleiner macht, nicht grösser.

In der Schweiz steht dieser Mechanismus auf einem sehr schmalen Fundament. Zwei Veranstalter dürfen Sportwetten anbieten, sonst niemand. Swisslos mit dem Produkt Sporttip, Loterie Romande mit Jouez Sport. Kein dritter Anbieter mit Schweizer Bewilligung, keine Liste weiterer Bewilligungen, die man durchsuchen könnte, weil es nichts zu durchsuchen gibt. Wer heute im Netz auf eine Seite mit Kombiwetten-Boost, Kombi-Versicherung und willkommensfreundlicher Quote stösst, landet mit hoher Wahrscheinlichkeit bei einem Anbieter, der in der Schweiz nicht zugelassen ist.

Verlustlimiten und Spielsperre: der Rahmen steht vor der ersten Wette

Bei Sporttip wird die Limite nicht irgendwann gesetzt, sondern vor der ersten Teilnahme. Ein Tages-, Wochen- und Monatswert muss hinterlegt sein, die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung greift sofort. Eine Erhöhung lässt 72 Stunden auf sich warten — und in diesen 72 Stunden liegt die ganze Idee: Wer im Frust nach einem geplatzten Kombischein mehr freischalten will, muss drei Tage damit leben, dass er es nicht kann. Das ist der einzige Mechanismus im ganzen Schweizer Wettmarkt, der den Spieler gegen seinen eigenen Impuls schützt. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage setzen.

Ein leeres kariertes Heft und ein Bleistift liegen auf einem Küchentisch im warmen Licht des späten Nachmittags.
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura.

Die Spielsperre ist strenger als sie klingt. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage sperren, und in dieser Frist ist nichts aufzuheben. Wer unbefristet sperrt, landet in einem schweizweiten Register, das auch Casinos einschliesslich Online-Casinos erfasst und im Fürstentum Liechtenstein gilt. Aus einer Sperre wird so eine Wand, nicht eine Tür. Von aussen betrachtet ist das eine der wenigen Stellen, an denen der Schweizer Regulierungsrahmen härter ist als das, was Nutzer von ausländischen Seiten kennen.

Was die Limite mit der Kombiwette macht

Eine Kombiwette ist der Testfall, an dem sich jede Verlustlimite bewährt oder versagt. Zehn Voraussagen mit je zwei möglichen Ausgängen — die Trefferwahrscheinlichkeit liegt unter einem Prozent, gerechnet mit der Annahme, dass alle zehn Ausgänge gleich wahrscheinlich sind. Bei zwanzig Ausgängen sind es vier. Wer eine solche Wette gewinnt, verdient die Kohle, das ist unbestritten. Nur: Über hundert Versuche gerechnet besteht der Erwartungswert nicht aus dem einen grossen Treffer, sondern aus den neunundneunzig Einsätzen, die weg sind.

Ein hölzerner Richterhammer liegt auf einer polierten Tischplatte vor einem hohen Fenster mit weichem Morgenlicht.
Bei Jouez Sport beträgt der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette CHF 300'000; eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen.

Genau hier schlägt die Limite zu. Eine Monatslimite von einigen hundert Franken ist keine Einschränkung, wenn man den Schein einmal im Monat setzt. Sie ist eine, wenn der Verlust des Tagesansatzes zum Wiedereinstieg reizt. Der Unterschied zwischen einem Hobby und einem Problem liegt nicht in der Höhe der Einsätze, sondern in der Anzahl der Versuche pro Zeitraum — und die ist bei Kombiwetten traditionell hoch, weil sie billig sind. Ein Franken pro Schein, zehn Scheine pro Woche. Die Limite, die den Einsatz begrenzt, begrenzt nicht die Anzahl.

Die Selbstsperre als Vorwegnahme der nächsten schlechten Stunde

Ein Anbieter, der einem Spieler den Zugang für ein halbes Jahr verschliesst und die Sperre nicht auf Zuruf öffnet, nimmt dem Spieler die Entscheidung ab, die er in der schlechtesten Stunde falsch treffen würde. Das ist der eigentliche Wert der Sperre. Die 180 Tage sind keine Schikane, sie sind der Abstand zwischen einem schlechten Abend und einem schlechten Jahr. Nach Ablauf der Frist ist der Weg wieder frei, und der Spieler entscheidet neu, mit kühlem Kopf.

Im Ausland ist das oft anders. Ein Anbieter ohne Schweizer Bewilligung hängt nicht am Sperrregister, und eine dort gesetzte Sperre bedeutet für ihn nichts. Ein Gastkonto lässt sich in der Regel in Minuten neu anlegen. Wer die Schweizer Spielsperre für die belastbare Version hält, hat recht — aber sie schützt nur dort, wo sie greift.

Kombiboost und Bonus: der Aufschlag, der an der Marge nichts ändert

Der Sporttip-Kombiboost ist das schärfste Beispiel dafür, wie ein Bonus aussieht, wenn er offen daherkommt. Mindestens vier Voraussagen, jede mit einer Quote von mindestens 1.50, und dann wächst der Aufschlag auf den Nettogewinn mit der Zahl der Voraussagen: 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn. Der Boost gilt nur online, für Prematch-, Live- und Systemwetten, Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert.

Das Wort «Boost» ist Marketing für eine Erhöhung, die mathematisch nicht mehr sein kann als sie ist. Wer bei zehn Voraussagen den Nettogewinn verdoppelt bekommt, muss zehn Voraussagen auch treffen. Der Aufschlag ist ein Zuckerl auf die Gewinnseite eines Ereignisses, das nach Zahlen gemessen selten eintritt. Und die Marge steckt unverändert in jeder einzelnen Quote des Scheins — daran rührt der Boost nicht.

Neben dem Kombiboost gibt es bei Sporttip Quotenboosts, die nur online und nur für Prematch-Einzelwetten auf eine einzige Voraussage gelten, sowie Profitboosts, die den möglichen Nettogewinn eines bestimmten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz erhöhen. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Letzteres ist kein Detail, sondern der Preis der Absicherung: Wer sein Recht auf vorzeitigen Ausstieg zieht, verliert die Erhöhung.

Der Schwellenwert von 1.50 frisst den halben Trick

Die Mindestquote von 1.50 pro Voraussage klingt harmlos und ist die eigentliche Hürde. Kombiwetten entstehen gern aus Favoriten. Favoritenquotren liegen häufig zwischen 1.10 und 1.40; sie passen in keine Boost-Stufe, weil sie die Hürde reissen. Wer den Aufschlag will, muss Auswahlmöglichkeiten einbauen, die 1.50 oder mehr bringen — und das sind genau die Auswahlen, bei denen ein einzelnes Spiel den Schein kosten kann.

Der Kombiboost belohnt also nicht die vorsichtige Kombination, sondern die, die das Risiko sucht. Bei vier solchen Voraussagen beträgt der Aufschlag 5 Prozent auf den Nettogewinn. Bei einer Gesamtquote von beispielsweise 8.0 und CHF 10 Einsatz bringt der Basisfall ohne Boost CHF 80 zurück, nach der Abrundungsregel auf 5 Rappen ausgezahlt; der Boost legt 5 Prozent auf den Nettogewinn von CHF 70, also CHF 3.50, und kein Prozent auf die Marge. Für diese 3.50 Franken muss der Spieler vier Auswahlen finden, die alle über 1.50 liegen und alle eintreffen. Die Wahrscheinlichkeit, dass alle vier stimmen, wurde durch die Hürde gerade kleiner, nicht grösser.

Angebote, die den Kombischein versichern, wenn eine einzige Voraussage platzt, findet sich in der Schweiz nicht bei beiden Veranstaltern. Bei Jouez Sport gibt es keinen Kombiboost in der Art des Sporttip-Aufschlags. Was dort gilt, ist ein anderes Regelwerk: eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, die Kombinationsquote beträgt mindestens 1.10 und darf 100’000 nicht überschreiten. Wer im Westschweizer Markt spielt, hat es mit einem nüchternen Rahmen zu tun und nicht mit einem Aufschlagssystem.

Die Regel mit der Freigabe durch die Aufsicht

Gratisspielguthaben brauchen die vorherige Zustimmung der Gespa. 2025 erteilte die Aufsicht 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Der Aufwand, der hinter dieser Zahl steht, erklärt, warum Schweizer Bonusangebote überlicherweise schmal daherkommen und warum die wilden Willkommenspakete der ausländischen Seiten nicht als Gegenstück taugen: Sie sind nicht der grosszügigere Schweizer Markt, sie sind gar nicht derselbe Markt. Bonusbeträge und Bedingungen stammen ausschliesslich aus den Bedingungen des jeweiligen Veranstalters. Wer sie prüfen will, liest sie dort nach, bevor er den Einsatz setzt.

Es bleibt die unbequeme Seite: Ein Bonus wird in diesem Markt gesetzlich nicht als Anreiz zum Wetten frei durchgereicht, sondern es dürfen nur zwei Anbieter unter Aufsicht derartige Massnahmen überhaupt fahren. Das ist die Schweizer Auslegung von Spielerschutz, und sie hat einen Preis — wer heute bei einem ausländischen Anbieter ein 100-Prozent-Willkommenspaket sieht, zahlt ihn später, in Form einer Umsatzauflage ohne Schweizer Begrenzung und ohne Schweizer Widerrufsrecht.

Die Voraussage und das Value-Bet: warum auch eine gute Kombination nie sicher ist

Eine Voraussage entsteht aus drei Zutaten: der Form der Beteiligten, einer Statistik über das, was in solchen Konstellationen bisher passiert ist, und der Quote, die der Veranstalter anbietet. Die Reihenfolge ist wichtig. Wer bei der Quote anfängt und die Statistik dazu sucht, hat schon entschieden und sucht nur noch die Bestätigung.

Ein Value-Bet ist die einzige Form, in der diese drei Zutaten zusammen etwas ergeben: Die eigene Einschätzung der Wahrscheinlichkeit eines Ausgangs liegt über der Wahrscheinlichkeit, die in der angebotenen Quote steckt. Bei einer Quote von 2.10 steckt rechnerisch eine Wahrscheinlichkeit von knapp über 47 Prozent, wenn man mit einem fairen Preis rechnet; ohne Marge wäre der faire Preis 2.00 bei 50 Prozent. Der Value steckt in dieser Differenz — und nicht darin, dass ein Team «stark ist» oder «Form hat». Value ist eine Rechnung, kein Gefühl.

Aus drei Value-Bets in einer Kombiwette wird nicht ein sicherer Schein. Die Wahrscheinlichkeiten multiplizieren sich, die Marge multipliziert sich, und der Vorteil, der im Idealfall bei jeder einzelnen Auswahl existiert, wird von drei Margen kleiner. Wer drei Auswahlen mit je 3 Prozent Vorteil kombiniert, hat am Ende 9 Prozent Vorteil — aber gegen drei Margen von je 4 bis 7 Prozent, und damit in Summe einen Erwartungswert unter null. Genau das ist der Grund, warum Kombinationen aus Value-Bets keine kluge Idee sind, auch wenn jede einzelne Auswahl es wäre.

Wie viele Voraussagen sind sinnvoll

Bei einer Kombiwette mit Quote 28.00 (5.6 Prozent) liegt die Quote nicht, wie man meinen könnte, bei 100 Prozent. Sie liegt bei 3.57 Prozent.

Aus zwei Auswahlen mit je 1.90 wird eine Gesamtquote von 3.61; aus sieben solchen wird 89.4. Die folgenden Zahlen sind gerechnet mit einer angenommenen fairen Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent pro Auswahl (also einer fairen Quote von 2.00) und einer Gesamtquote, die aus der angebotenen Quote folgt; wo nichts angegeben ist, gilt die dazugehörige Marge — sie liegen alle unter dem Break-even.

Je länger die Kette, desto weiter entfernt sich die Wahrscheinlichkeit, alle Auswahlen zu treffen, von dem, was die Quote in Aussicht stellt. Die Marge wird auf jeder neuen Stufe mitmultipliziert, und deshalb verliert eine Kombination immer mehr pro Runde, je mehr Auswahlen man hinzufügt. Die Rechnung ist eindeutig.

Das ist die eigentliche Antwort auf die Frage nach der Anzahl der Voraussagen: Es gibt keine Zahl, bei der eine Kombination plötzlich rentabel wird. Es gibt nur eine, bei der sie weniger verliert.

Die Zahlen, die die Kombination selbst liefert

Die Gesamtquote ist das Produkt der Einzelquoten. Bei drei Auswahlen von 1.90 beträgt sie 6’859, bei fünf 24.76, bei sieben 89.37, bei zehn 613.1 und bei fünfzehn 1.518e5. Die Zahlen sprengen jede Vorstellung — und in jeder von ihnen steckt dieselbe Marge, die auch in der Einzelquote steckt, nur entsprechend oft.

CHF 10 auf eine Kombination mit Gesamtquote 28.00 ergibt CHF 280, abgerundet auf 5 Rappen und auf zwei Nachkommastellen gerundet — CHF 280.00. Nach dem gleichen Rundungsweg ergibt dieselbe Rechnung bei einer Gesamtquote von 10.00 einen Gewinn von CHF 100.00. Die Differenz zwischen beiden ist die Anzahl der richtigen Voraussagen. Der Rechenweg bleibt derselbe, nur die Zahl der Treffer ändert sich.

Wer den Preis eines Scheins auf diese Weise nachrechnet, sieht sofort, warum Kombiwetten so beliebt sind und warum die Beliebtheit nichts über den Erwartungswert sagt. Die erwartete Auszahlung liegt unter dem Einsatz — sie ist der Einsatz selbst.

Einzelwette oder Kombination: der Unterschied, den man erst nach der dritten Auswahl sieht

Eine Kombiwette ist kein Bündel von Einzelwetten. Die Einzelwette zahlt, wenn eine Voraussage stimmt. Die Kombination zahlt nur, wenn alle stimmen, und die Gesamtquote ist der Preis, den der Veranstalter für diese Bedingung zahlt. Das ist der ganze Unterschied, und er wird erst sichtbar, wenn man die Wahrscheinlichkeiten nebeneinanderlegt.

Der Mechanismus ist einfach. Drei Voraussagen mit Einzelquoten von 2.10, 3.40 und 1.85 ergeben multipliziert eine Gesamtquote von 13’209. Aus CHF 10 Einsatz werden CHF 132.09 — oder 0, je nach dem Ergebnis. Umgekehrt gerechnet: Wer dieselben drei Auswahlen als Einzelwetten mit CHF 3.33 pro Wette setzt, gewinnt bei einer richtigen Wette etwa CHF 7 zurück, bei zwei richtigen etwa CHF 20 und bei drei richtigen etwa CHF 30. Der Kombischein zahlt im Volltrefferfall viermal so viel — und zahlt im Fall von zwei Treffern aus drei, der bei drei soliden Auswahlen nichts Ungewöhnliches ist, gar nichts.

Was passiert, wenn ein Ereignis abgesagt wird

Bei Sporttip gilt: Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innerhalb von 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt — oder im Rahmen eines Turniers —, ist die Wette ungültig. Bei Einzelwetten wird der Einsatz zurückbezahlt, und in Kombinationswetten erhält die Voraussage die Quote 1.00. Die Kombination bleibt bestehen, sie schrumpft nur.

Das ist der freundlichste Fall im gesamten Kombinationsgeschäft. Die abgesagte Partie kostet nichts ausser der Chance, die man sich erhofft hatte; die übrigen Voraussagen laufen weiter, die Gesamtquote sinkt auf das Produkt der übrigen Quoten. Bei drei Auswahlen von 2.10, 3.40 und 1.85 sinkt die Gesamtquote von 13’209 auf 11.90, wenn die 1.85 gestrichen wird. Die Wette ist also nicht verloren, sondern nur eine Nummer ärmer.

Die Praxis hat allerdings ihre eigene Grammatik. Ein Spiel, das wegen Unwetter in der zweiten Halbzeit abgebrochen und zwei Tage später fortgesetzt wird, kann die Voraussage noch retten. Eines, das erst in zwei Wochen wiederholt wird, ist tot. Wer häufig auf Spiele setzt, die vom Wetter, vom Verkehr oder von einem Schiedsrichter abhängen, sollte diese 48-Stunden-Grenze kennen, bevor er den vierten Schein zusammenstellt.

Der Faktor, den fast niemand einrechnet: Zeit

Die reguläre Spielzeit ist bei Sporttip die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie ausdrücklich Gegenstand der Wette sind. Wer eine Kombination aus Fussballspielen zusammenstellt und annimmt, dass die Verlängerung mitzählt, liegt falsch — und das ist ein Fehler, der häufig erst nach dem Endstand auffällt. Der Kombischein gewinnt oder verliert nach 90 Minuten plus Nachspielzeit. Bei Basketball oder Eishockey sieht das anders aus, weil das Programm für diese Sportarten eigene Regelungen führt.

Bei voneinander abhängigen Wettereignissen derselben Sportveranstaltung ist die Sache noch strenger: Sie lassen sich bei Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion kombinieren. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die gesamte Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Wer glaubt, aus einem Spiel mehrere Märkte zu einer einzigen hohen Quote verketten zu können, muss diesen Weg kennen.

Einordnende Tabelle: die zugelassenen Veranstalter und die ausländischen Anbieter

Die folgende Übersicht ordnet die Anbieter nach ihrer Bewilligungslage in der Schweiz. Die ersten beiden Zeilen sind die zugelassenen Veranstalter. Alle weiteren führen keine Schweizer Bewilligung; die Spalte «Organisator / Bewilligung nach eigenen Angaben» nennt nur, was der jeweilige Anbieter selbst oder Dritte über eine ausländische Lizenz berichten, ohne dass daraus in der Schweiz Rechte folgen.

Anbieter Bewilligung in der Schweiz Organisator bzw. gemeldete Bewilligung Kombinationsregeln
Swisslos Sporttip Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel 2 bis 15 Voraussagen im Boost; Mindestquote je 1.50 für den Kombiboost; Höchsteinsatz CHF 1’000
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS Société de la Loterie de la Suisse Romande, Lausanne Kombination aus 2 bis 10 Voraussagen; Gesamtquote mindestens 1.10, höchstens 100’000
WirWetten keine Schweizer Bewilligung keine gemeldete Bewilligung mit Geltung in der Schweiz —
Gamdom keine Schweizer Bewilligung keine gemeldete Bewilligung mit Geltung in der Schweiz —
Rabona keine Schweizer Bewilligung keine gemeldete Bewilligung mit Geltung in der Schweiz —
Boomerang Bet keine Schweizer Bewilligung keine gemeldete Bewilligung mit Geltung in der Schweiz —
PowBet keine Schweizer Bewilligung keine gemeldete Bewilligung mit Geltung in der Schweiz —
X3Bet keine Schweizer Bewilligung Tobique (Kanada) nach Angaben Dritter, ohne Geltung in der Schweiz —
Playzilla keine Schweizer Bewilligung keine gemeldete Bewilligung mit Geltung in der Schweiz —
Jackbit keine Schweizer Bewilligung keine gemeldete Bewilligung mit Geltung in der Schweiz —

Die Tabelle ist in drei Spalten ehrlich und in der vierten nicht. Kombinationsregeln sind nur dort dokumentiert, wo ein Veranstalter mit Schweizer Bewilligung sie führt. Über die Regeln der ausländischen Anbieter ist hier nichts bekannt. Wer dort spielt, findet sie in den eigenen Bedingungen des Anbieters, nicht in dieser Übersicht.

Was die Tabelle leistet, ist eine erste Sortierung: Wer in der Schweiz wohnt und in der Schweiz spielen will, hat genau zwei Adressen. Wer bei einem der acht anderen Anbieter spielt, spielt unter Bedingungen, die in der Schweiz keine Geltung haben, und trägt die Folgen selbst.

Die drei ausländischen Anbieter, die über eine Curaçao-Lizenz verfügen, sind in der Tabelle nicht als «lizenziert» gekennzeichnet, weil eine Curaçao-Lizenz in der Schweiz keine Bewilligung ist. Eine Bewilligung nach dem Geldspielgesetz gilt nur in der Schweiz — das ist eine Aussage über das Papier, nicht über den Anbieter.

Die Bewilligungslage im Einzelnen: was eine Schweizer Bewilligung wert ist

Online-Sportwetten sind ein Grossspiel im Sinne des Geldspielgesetzes, das seit dem 1. Januar 2019 in Kraft ist. Aufsicht führt die Gespa, die Interkantonale Geldspielaufsicht in Bern; die ESBK ist nicht zuständig, sie beaufsichtigt nur die Casinos. Eine Bewilligung braucht zwei Teile: eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel, und sie gilt nur in der Schweiz. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt — Swisslos mit Sporttip und Loterie Romande mit Jouez Sport. Eine Liste weiterer lizenzierter Wettanbieter existiert nicht, weil es keine gibt. Die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains.

Die beiden Veranstalter teilen sich das Land. Swisslos ist für die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH zuständig, dazu Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Loterie Romande bedient die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Ein Online-Konto gibt es nur für Personen, die im jeweiligen Gebiet wohnen. Wer in Zürich lebt, kann sich bei Jouez Sport nicht registrieren; wer in Genf lebt, nicht bei Sporttip. Das ist keine Kulanzfrage, sondern die Grenze des jeweiligen Vertragsgebiets.

Was man wetten darf und was nicht

Das erlaubte Angebot ist eine geschlossene Liste. Die Gespa führt die zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten, und nur was dort steht, darf gespielt werden. Qualifikationsrunden zählen nur, wenn sie gelistet sind; Frauenwettbewerbe nur, wenn sie gelistet sind; Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podest entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe sind ausgeschlossen. Die Liste führt keine Eckball- oder Kartenmärkte und keinen Esport-Bereich. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt.

Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind in der Schweiz nicht erlaubt — nur Sportereignisse. Wer von ausländischen Anbietern eine breitere Produktpalette kennt, merkt hier, wo der Unterschied liegt: Die Schweizer Liste ist absichtlich schmal, und sie ist das nicht aus Zufall.

Livewetten sind erlaubt, vor dem Spiel und während des Spiels, soweit der Veranstalter über eine entsprechende Entscheidung verfügt. Das Geldspielgesetz kennt keine Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte. Cash-Out ist gesetzlich nicht geregelt und damit eine Funktion des jeweiligen Veranstalters.

Wer im Ausland spielt, spielt ohne Netz

Eine ausländische Lizenz hat in der Schweiz keine Geltung. Das gilt für Curaçao, Malta, Deutschland und jedes andere Land, unabhängig davon, ob die Lizenz echt ist. Wer in der Schweiz ohne Bewilligung Sportwetten veranstaltet, macht sich strafbar: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre. Der Spieler selbst wird nicht bestraft — aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt keine Aufsicht, keine Schiedsstelle und keine Kontrolle über die Auszahlung.

Die Gespa führt eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren. Die erste Liste stammt vom 3. September 2019, am Ende des Jahres 2025 umfasste sie 671 Domains. Blockierte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt. Das ist die unangenehme Pointe: Die Sperrliste ist kein geschlossener Vorhang, sondern ein Katz-und-Maus-Spiel, bei dem der Anbieter schneller ist als die Aufsicht. Die Gespa nennt in diesem Zusammenhang Interwetten und Bet-at-Home, und sie nennt bet365 als auf der Liste stehend.

Die ehrliche Zusammenfassung lautet nicht, dass ausländische Anbieter grundsätzlich schlecht und Schweizer grundsätzlich gut sind. Sie lautet, dass die Schweiz einem Spieler nur zwei Wege anbietet und keinen dritten: voller Schweizer Schutz mit enger Produktpalette und Wohnsitzpflicht, oder ausländischer Anbieter mit breiter Produktpalette und ohne Schweizer Schutz. Beides hat einen Preis. Wer den zweiten Weg wählt, sollte wissen, dass seine Einsätze dem Zugriff einer Schweizer Behörde nicht entzogen sind.

Registrierung und Identität: einmal, nicht zweimal

Zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre und Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet. Es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten.

Diese Prüfung ist der Preis für die Bewilligung. Sie ist auch der Grund, warum Kombiwetten in der Schweiz nicht anonym gespielt werden können. Wo eine Schweizer Wette liegt, liegt ein Name darunter.

Der Vergleich: zehn Anbieter, zwei Bewilligungen und die Frage, was ein Vergleich überhaupt zeigen kann

Ein Vergleich von Anbietern kann in diesem Markt nicht der Vergleich von Quoten sein. Er ist der Vergleich von Zugangsbedingungen, Limiten und Rechenwegen. Wer heute eine Kombiwette plant, hat es mit zwei sehr unterschiedlichen Regelkreisen zu tun und mit acht Anbietern, über deren Regeln im Schweizer Kontext wenig bis nichts bekannt ist.

Ein Wort zur Sorgfalt: Wer in der Schweiz auf weite Kombinationen setzt, sollte den Schein bis zur letzten Stelle durchrechnen, statt zu rechnen und dann zu hoffen. Die drei Abrundungen — zwei Nachkommastellen, dann auf 5 Rappen — wirken bei jedem einzelnen Schein klein. Über hunderte Scheine wirken sie nicht mehr klein.

Swisslos Sporttip: der Veranstalter mit dem Aufschlagssystem

Swisslos ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel. Sie veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019; die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Das Vertragsgebiet umfasst die deutschsprachigen Kantone, das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein.

Sporttip ist der einzige der beiden Veranstalter, der ein ausgebautes System von Kombinations- und Quotenaufschlägen führt. Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten beträgt CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Bei Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreten des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00; in spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten.

Die Kontoführung läuft über ein Spielkonto. Spielguthaben lässt sich per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein kaufen, Mindestbetrag CHF 20; in 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Swisslos bietet PostFinance Pay als Zahlungsart an, bei der die Transaktion direkt in der PostFinance App bestätigt wird. Auszahlungen: innert 365 Tagen zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 Prozent belastet werden, die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung werden automatisch dem Wallet gutgeschrieben; Gewinne über CHF 1’000 gehen bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Bank- oder Postkonto.

Das Sporttip-Konto ist der einzige der beiden Schweizer Wege, auf dem ein Kombinationsbonus in dieser Ausbaustufe existiert. Die Steuerung über den Mindestwert von 1.50 je Voraussage macht aus dem Angebot ein Instrument für den risikofreudigen Spieler — und der Aufschlag von 100 Prozent bei fünfzehn Voraussagen ist eine Zahl, die man erst einmal erreichen muss. Wer fünfzehn Partien mit je mindestens 1.50 findet und alle fünfzehn richtig tippt, hat mehr Geschick oder Glück bewiesen als der Durchschnitt. Die Marge aber bleibt in jeder der fünfzehn Quoten stehen.

Ein weiterer Punkt, der das Bild rundet: Cash-Out gibt es bei Sporttip für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann jederzeit geändert werden. Ein Cash-Out auf eine Kombination ist damit eine Wette gegen die eigene Position, deren Preis der Veranstalter festlegt.

Spielguthaben bei Swisslos lässt sich zudem nicht unbegrenzt halten und nicht beliebig oft auszahlen. Wer die dritte Auszahlung im Jahr beantragt, zahlt unter Umständen 3 Prozent Gebühr; das ist bei kleinen Beträgen unbedeutend und bei einem Kombigewinn nicht mehr.

Loterie Romande Jouez Sport (jeux.loro.ch): die Westschweiz und der Höchstgewinn

Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt als Kontaktadresse die Avenue de Provence 14 in Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Ein Online-Konto gibt es nur für Personen mit Wohnsitz in einem dieser sechs Kantone.

Jouez Sport ist der strengere Rahmen in diesem Vergleich. Die Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen. Die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Der Höchstgewinn beträgt pro Einzel- oder Kombiwette CHF 300’000 und für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000.

Die Deckelung ist der eigentliche Unterschied zum Nachbarn im Osten. Wer eine Kombination aus zehn Auswahlen mit hohen Einzelquoten zusammenstellt, kann bei Sporttip rechnerisch in Bereiche vorstossen, in denen nur der Höchsteinsatz die Auszahlung begrenzt. In der Westschweiz gibt es diese Grenze nicht erst am Ende der Rechnung: Alles oberhalb von CHF 300’000 pro Wette und CHF 1’000’000 über alle Gewinne eines Multiples zusammen wird nicht ausgezahlt.

Ein Vergleich zeigt zweierlei. Erstens gibt es hier keinen Kombinationsaufschlag wie bei Sporttip, aber auch keine Boost-Hürde. Wer eine Kombination aus zehn Favoriten mit niedrigen Quoten baut, stört sich nicht an einer Mindestquote von 1.50, weil es sie nicht gibt. Zweitens ist der Rechenweg derselbe: Gesamtquote als Produkt der Einzelquoten, aufgefüllt bis zur Abrundung.

WirWetten: ohne Schweizer Bewilligung

WirWetten führt keine Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten anbieten.

Ein Kombischein bei einem Anbieter ohne Bewilligung kennt kein Schweizer Limitensystem und kein Register. Die 72-Stunden-Regel für Erhöhungen, die es bei Sporttip gibt, hat hier kein Gegenstück.

Gamdom: ohne Schweizer Bewilligung

Gamdom führt keine Schweizer Bewilligung.

Die Frage, die sich bei diesem Anbieter stellt, ist nicht die nach der Quote, sondern die nach dem Weg, auf dem ein Streitfall ausgetragen würde. Auszahlungen sind durchsetzbar nur vor den Gerichten, die der Anbieter nennt, und das ist typischerweise nicht ein Schweizer Gericht.

Rabona: ohne Schweizer Bewilligung

Rabona führt keine Schweizer Bewilligung.

Wer bei einem solchen Anbieter eine Kombination aus zehn Auswahlen spielt, steht vor einem Restaurant mit unbekannter Küche und ohne Anschrift.

Boomerang Bet: ohne Schweizer Bewilligung

Boomerang Bet führt keine Schweizer Bewilligung.

Aus Schweizer Sicht ist das der springende Punkt: Die Sperrliste der Gespa zeigt nur, welche Domains blockiert sind, nicht welche Anbieter vertrauenswürdig sind.

PowBet: ohne Schweizer Bewilligung

PowBet führt keine Schweizer Bewilligung.

Bei einer Kombiwette ohne Schweizer Bewilligung übernimmt der Spieler das, was in der Schweiz der Veranstalter übernimmt: die Aufsicht. Der Sporttip-Kontoinhaber hat eine Aufsichtsbehörde, die die Auszahlung überwacht. Hier gibt es sie nicht.

X3Bet: ohne Schweizer Bewilligung, Tobique (Kanada)

X3Bet führt keine Schweizer Bewilligung. Nach Angaben Dritter wird als Lizenz Tobique mit Sitz in Kanada gemeldet; diese Lizenz hat in der Schweiz keine Geltung.

Eine Lizenz von einem Ort, an dem sich die Aufsicht nicht durchsetzen lässt, ist ein Papier und sonst nichts. Wer ein solches Angebot bewertet, bewertet die Bedingungen des Anbieters selbst, nicht seine Lizenz.

Playzilla: ohne Schweizer Bewilligung

Playzilla führt keine Schweizer Bewilligung.

Für Kombiwetten heisst das: Die Regeln für abgesagte Spiele, für abhängige Ereignisse und für die Rundung sind hier die des Anbieters, nicht des Schweizer Veranstalters. Sie sind in dessen Bedingungen beschrieben.

Jackbit: ohne Schweizer Bewilligung

Jackbit führt keine Schweizer Bewilligung.

Die Werbung für ein nicht bewilligtes Glücksspiel in der Schweiz ist strafbar. Das ist die Grenze, die hier zu nennen ist: beschreiben und bewerten, nicht empfehlen.

Rechenbeispiel: was von der Quote übrig bleibt

Bei einer Kombination aus drei Auswahlen mit Einzelquoten von 2.10, 3.40 und 1.85 beträgt die Gesamtquote 13’209. Bei einem Einsatz von CHF 10 ergibt das CHF 132.09, abgerundet nach der Regel des Veranstalters auf zwei Nachkommastellen und dann auf 5 Rappen genau. Die Wahrscheinlichkeit, alle drei zu treffen, liegt unter der, die die Gesamtquote in Aussicht stellt, weil in jeder der drei Einzelquoten sowohl die Auszahlungsquote als auch die Marge des Veranstalters steckt.

Bei einer Gesamtquote von 13’209 beträgt die Abrundung auf 5 Rappen bei CHF 10 Einsatz CHF 132.10 statt CHF 132.09 — die Differenz zwischen dem rechnerisch exakten Ergebnis und der tatsächlichen Auszahlung.

Wer CHF 10 auf ein Kombinationsschema mit Gesamtquote 13’209 setzt, erhält im Trefferfall CHF 132.09. Die Gesamtquote ist der Faktor, der Einsatz die Basis. Je mehr Voraussagen, desto grösser der Faktor und desto kleiner die Chance, ihn zu realisieren. Das ist die ganze Mechanik, und keine Strategie ändert daran etwas.

Eine Kombination aus zwei Auswahlen mit Quote 1.90 und 2.20 ergibt eine Gesamtquote von 4.18. Wer CHF 20 einsetzt, erhält im Trefferfall CHF 83.60. Ein und dieselbe Rechnung, nur andere Zahlen — und die Marge steckt wieder in beiden Faktoren.

Was bleibt, wenn die Kombination gewinnt? Der Einsatz kommt in Form des Gewinns zurück, weil die Quote den Einsatz bereits enthält. Bei Gesamtquote 4.18 und CHF 20 Einsatz beträgt der Nettogewinn CHF 63.60. Beim Basisfall der Berechnung ist es der Nettogewinn, auf den der Kombiboost von 5 Prozent bei vier Voraussagen angewendet wird — CHF 3.18 mehr, ausgezahlt als CHF 83.60 statt CHF 86.78.

Was ein Kombiboost nicht ändern kann

Der Kombiboost legt einen Prozentwert auf den Nettogewinn, nachdem alle Voraussagen getroffen sind. Er hilft, sobald es passiert. Er erhöht die Wahrscheinlichkeit nicht, um die Verwirklichung zu erhöhen. Wer die Trefferwahrscheinlichkeit einer Kombination berechnet, sollte sie ausrechnen und nicht schätzen.

Bei einer Kombination aus drei Auswahlen mit einer angenommenen Chance von je 50 Prozent ist die Wahrscheinlichkeit, alle drei zu treffen, 12.5 Prozent.

Die Ränder zwischen den Anbietern bleiben bei diesen Zahlen auffällig gross: von unter 3 Prozent in einem ausgeglichenen Markt bis über 15 Prozent, wo zwei klare Favoriten aufeinandertreffen. Wer eine Kombination aus vier solchen Märkten baut, trägt die Marge vierfach.

Wie die Gesamtquote wirklich gerechnet wird

Die Gesamtquote einer Kombination ist das Produkt der Einzelquoten. Zwei Voraussagen mit Quote 1.90 ergeben 3.61, drei ergeben 6’859, fünf ergeben 24.76. Bei jeder weiteren Auswahl wird die Quote grösser und die Chance kleiner. Der Sporttip-Rechenweg schreibt das ausdrücklich fest: Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Zuerst wird auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet.

Die Quotenschlüssel eines ausgeglichenen Zwei-Weg-Marktes zeigt, wie viel vom Einsatz zurückkommt. Bei zwei Quoten von 1.90 liegt der Auszahlungsquotient bei 0.95 — 95 Prozent des Gesamteinsatzes dieses Marktes werden an die Wettenden zurückgezahlt, 5 Prozent bleiben beim Veranstalter. Ein Kombischein multipliziert diesen Abzug mit jeder weiteren Auswahl.

29. Oktober 2026: Zwischen 2. Januar und 3. Februar lag der Auszahlungsquotient des Zwei-Weg-Marktes bei 95 bis 96 Prozent für einen ausgeglichenen Markt; für Kombinationen gibt es keine vergleichbaren Durchschnittswerte, weil der Abzug bereits in der Gesamtquote steckt.

Die Margen in Einzelmärkten variieren je nach Sportart und Markttypus. Ein Auszahlungsquotient von 95 Prozent entspricht einer Marge von 5 Prozent; 96 Prozent entsprechen 4 Prozent. Der in dieser Rechnung verwendete Wert von 95 Prozent ist ein Beispielwert für einen ausgeglichenen Zwei-Weg-Markt, kein Zitat einer konkreten angebotenen Quote. Wer eine Kombination aus drei solchen Märkten zusammenstellt, trägt den Abzug dreimal.

Steuern und Auszahlung: was am Ende ankommt

Gewinne aus Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und werden erst darüber besteuert. Der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, 2025 lag er bei CHF 1’070’400. Der kantonale Freibetrag weicht davon ab, deshalb gilt «je nach Kanton». Oberhalb des Freibetrags behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein; diese lässt sich über die Steuererklärung zurückholen, wenn der Gewinn deklariert wird.

Für einen typischen Wettenden ist das eine Regel ohne Folgen. Wer einen Kombischein mit einem Nettogewinn von einigen hundert Franken einlöst, bleibt weit unter dem Freibetrag. Es fällt keine Einkommenssteuer an und keine Verrechnungssteuer.

Gewinne bei ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer. Die kantonale Steuerpraxis von Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen jedoch als volles Einkommen, unabhängig von der Höhe. Das ist die steuerliche Seite desselben Problems, das im Abschnitt über die Bewilligungslage beschrieben wurde: Wer im Ausland spielt, verliert den Schweizer Schutz — und kann bei einem Gewinn in seinem Kanton anders behandelt werden als bei einem Schweizer Veranstalter.

Eine Schweizer Wettsteuer auf den Einsatz gibt es nicht. Die Steuerfrage ist Sache des Kantons. Wer sie für sich klären will, fragt einen Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung.

Ein Nebenaspekt, der bei kleinen Kombigewinnen oft übersehen wird: Ein Gewinn verfällt bei Sporttip, wenn er nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht wird. Er fällt dann dem Zweck der Swisslos zu. Eine Einsprache gegen eine verweigerte Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben. Wer einen Kombischein mit einem kleinen Gewinn in der Schublade liegen lässt, hat ihn nicht gewonnen.

Was am Ende von einer Kombiwette übrig bleibt

Kombiwetten sind kein Einkommensmodell, und sie sind keine Lotterie. Sie sind ein Produkt mit einer Struktur, die man verstehen kann. Die Struktur laute so: Alle Voraussagen müssen eintreffen. Die Gesamtquote ist das Produkt der Einzelquoten. In jeder Einzelquote steckt eine Marge des Veranstalters. Je länger die Kette, desto grösser die Quote und desto kleiner die Wahrscheinlichkeit, sie zu realisieren.

Wer diese vier Sätze verinnerlicht hat, kann eine Kombiwette so einsetzen, wie sie funktioniert — als eine Wette mit hoher Streuung, deren Ergebnis man nicht vorhersagen kann und deren Kosten man kennt. Wer die vier Sätze nicht verinnerlicht, kauft jedes Mal die gleiche Wahrscheinlichkeit zum steigenden Preis.

Auf der Seite der Schweizer Zulassung sieht es klar aus: zwei Veranstalter, ein Vertragsgebiet, ein Limitensystem, eine Spielsperre, ein Register. Die Grenze liegt in der Sache selbst. Bei Jouez Sport endet der Gewinn einer Kombiwette bei CHF 300’000 pro Wette und CHF 1’000’000 über alle Gewinne eines Multiples zusammen. Bei Sporttip darf der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 nicht übersteigen, und Swisslos kann diese Limite jederzeit ändern. Wer denkt, die Kombination sei der Weg um diese Grenzen herum, hat die Rechnung nicht gemacht: Es ist eine andere Wette mit denselben Kosten, verteilt auf ein kleineres Feld.

Am anderen Ende der Skala stehen acht Anbieter, über deren Kombinationsregeln in der Schweiz nichts Bestätigtes bekannt ist und deren Bewilligungen in der Schweiz keine Geltung haben. Wer dort spielt, sollte den Regeln des Anbieters folgen und wissen, dass die Schweiz weder bei der Limite noch bei der Sperre noch bei der Auszahlung mitspricht. Das ist eine Wahl, keine Empfehlung.

Die Aufsichtsseite ist bei den Schweizer Veranstaltern nicht lückenlos. Die Gespa führte 2025 Testkäufe durch, und an Verkaufsstellen wurde in 47.5 Prozent von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Wer die Schweizer Kontrolle für unfehlbar hält, sollte diese Zahl kennen. Sie ist der Grund, warum die Kontrolle am Verkaufspunkt nicht als streng dargestellt werden sollte, sondern nur als vorhanden. Es gibt einen Grund, die Kombination nicht als Einkommensquelle, sondern als Unterhaltungsausgabe zu behandeln: Wenn man den Verlust nicht trägt, trägt man ihn nicht.

Wer eine einzelne Kombination gegen einen Sieg tauschen will, tut das mit einer Quote, die den Erwartungswert bereits kennt. Wer glaubt, die Geschicklichkeit beim Auswählen der Spiele schlage die Marge, sollte die Rechnung über hundert Scheine machen, bevor er die Bank wechselt.

Häufige Fragen zu Kombiwetten

Muss bei einer Kombiwette wirklich alles stimmen?

Ja. Alle Voraussagen einer Kombination müssen eintreffen. Eine einzige falsche Auswahl macht den ganzen Wettschein ungültig — der Einsatz ist weg, ein Teilgewinn existiert nicht. Die abgesagte Partie ist die einzige Ausnahme: Ist das Ereignis ungültig, erhält die Voraussage in einer Kombination bei Sporttip die Quote 1.00.

Wie entsteht die Gesamtquote aus den Einzelquoten?

Die Gesamtquote ist das Produkt aller Einzelquoten. Drei Auswahlen mit 2.10, 3.40 und 1.85 ergeben 13’209. Der Gewinnbetrag ist der Einsatz multipliziert mit der Gesamtquote; bei Sporttip wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet.

Warum gibt es keine Kombinationsstrategie, die langfristig aufgeht?

In jeder Einzelquote steckt die Marge des Veranstalters. Bei einer Kombination wird diese Marge mit jeder Voraussage erneut fällig, während die Trefferwahrscheinlichkeit sinkt. Kein Auswahlverfahren entfernt die Marge aus der Quote. Aus einem negativen Erwartungswert macht auch eine gute Begründung keinen positiven.

Wie viele Voraussagen darf eine Kombiwette bei Jouez Sport umfassen?

Eine Kombiwette umfasst bei Jouez Sport 2 bis 10 Voraussagen. Die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Der Höchstgewinn liegt bei CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette und CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen.

Was geschieht mit einer Kombiwette, wenn ein Spiel abgesagt wird?

Bei Sporttip ist die Wette ungültig, wenn das Ereignis nicht innerhalb von 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt wird. In Kombinationswetten erhält die betroffene Voraussage dann die Quote 1.00. Die übrigen Voraussagen bleiben bestehen, die Gesamtquote sinkt auf ihr Produkt.

Lohnen sich Einzelwetten oder Kombiwetten mehr, wenn überall eine Marge steckt?

Beide tragen die Marge; die Kombination trägt sie mehrfach. Deshalb ist die erwartete Auszahlung relativ zum Einsatz bei der Kombination schlechter, während die mögliche Auszahlung grösser ist. Wer den Erwartungswert wichtig findet, setzt einzeln. Wer die Streuung sucht, setzt kombiniert und plant den Verlust ein.

Inhalt erstellt vom Team «freiwettench.com»